Das Buch enthält eine Dreizehnstündige Vorlesung von Hannah Arendt zu Kants politischer Philosophie.
Das Zeitalter der Aufklärung sieht Arendts z.B. als das Zeitalter an, in dem man von seiner Vernunft öffentlichen Gebrauch macht und daher war für Kant die bedeutendste politische Freiheit, die Freiheit des Redens und Veröffentlichens. (S.63)
Kant schreib mal von sich: "Ich bin selbst aus Neigung ein Forscher. Ich fühle den ganzen Durst nach Erkenntnis und die begierige Unruhe darin weiterzukommen oder auch die Zufriedenheit bei jedem Erwerb. Es war eine Zeit, da ich glaubte, dieses alleine könnte die Ehre der Menschheit machen, und ich verachtete den Pöbel, der von nichts weiß. Rousseau hat mich zurecht gebracht." (S.47)
Den Begriff "Kritik" den hat Kant seinem Verständnis nach von der Aufklärung übernommen.(S.55) Kritisch zu denken, einen Pfad des Denkens durch Vorurteile zu bahnen, durch ungeprüfte Meinungen und Überzeugungen, ist ein altes Anliegen der Philosophie.(S.59)
"Wir haben herausgefunden, daß die in politischen Angelegenheiten gängige Unterscheidung oder der Widerspruch zwischen Theorie und Praxis bei Kant in der Unterscheidung zwischen Zuschauer und Akteur auftritt, und zu unserer Überraschung sahen wir, daß der Zuschauer Vorrang hat: Was an der Französischen Revolution zählte, waren nicht die Taten oder Untaten der Akteure, sondern die Meinungen der Zuschauer- von Personen also, die selber nicht beteiligt waren.(S.101f)
Der zweite Teil des Buches enthält Essays von Roland Beier ab S.130, mit Gedanken zu Hannah Arendt über das Urteilen:
Der Platz des Urteils zwischen Vergangenheit und Zukunft ist, mit Nietzsches Torweg, der den Namen "Augenblick" trägt identisch.(S.218)
Arendts Sorge gilt nicht der Befreiung des Willens, sondern der Befreiung des Urteilsvermögens, die durch die Ausübung des Denkvermögens erfolgt.(S.219)
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Ein weiterer Lesehinweis zu diesem Thema:
Wirklichkeiten, in denen wir leben: Aufsätze und eine Rede