Aus der Amazon.de-Redaktion
Produktbeschreibungen
Schauplatz New Orleans, kurz vor Beginn eines spektakulären Prozesses. Ein Waffenkonzern hat den skrupellosen Jury-Berater Rankin Fitch engagiert, um die Schadensersatzklage einer Witwe, deren Mann bei einem Attentat erschossen wurde, abzuwenden. Ein Präzedenzfall mit drohenden Milliardenverlusten für die Waffenindustrie droht, wenn es nicht gelingt, die Geschworenen zu einem Freispruch zu bewegen. Fitch ist bereit bis zum Äußersten zu gehen, um den Sieg davonzutragen, auch bis hin zum Einsatz unlauterer Mittel.
Sein Gegenspieler, der moralisch integere Wendall Rohr (Dustin Hoffman) als Anwalt der Klägerin, hält nichts von Überwachung und Einschüchterung der Geschworenen. Im Zentrum der Handlung aber steht der schwer zu durchschauende Nick Easter (John Cusack), Mitglied der Geschworenen-Jury mit ganz eigenen Plänen in diesem explosiven Prozess, sowie die geheimnisvolle, attraktive Marlee (Rachel Weisz), die außerhalb des Gerichts sowohl der einen als auch der anderen Seite anbietet, die Jury-Entscheidung gegen einen Millionenbetrag in deren Sinne kaufen zu können. Ein gefährliches Spiel mit doppeltem Boden um die alles entscheidenden Stimmen der Jury beginnt.
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Bestes Bild und bester Ton. Feinsinnig und detailfreudig in Optik und Akustik.
Bild: Das Bild ist brillant. Bei gloriosem Kontrast entfaltet sich eine ausgezeichnete Tiefenschärfe, die etwa die Gesichtausdrücken von Konferrenzteilnehmern in Halbtotalen fast noch erkennen läßt (00.09.09). Überdies bleibt das Bild permanent stabil und reagiert auch auf Fahrten in dunklen Räumen nicht mit Rucklern oder Schärfeverlust (00.17.38, Gerichtssaal). Ausgezeichnet.
Ton: Eine treffsichere Tonspur die feinsinnig auch mit kleinen Effekten eine stimmige Kulisse schafft. So klingt etwa die hintergründige Hafenatmosphäre bei 01:32:00 sehr vital, unaufdringlich unlebensecht. Die Musik wird mit Tiefe und Breite serviert und die Stimmen sind auch in der deutschen Version perfekt in die Ambienz integriert. Begeisternd.
Extras: keine Extras --movieman.de
VideoMarkt
Video.de
Blickpunkt: Film
Ursprünglich 1997 bei Warner mit anderem Regisseur und Schauspielern geplant, landete der brisante Justizthriller schließlich bei Fox. Als Regisseur für das von vier Drehbuchautoren adaptierte Skript engagierte man Gary Fleder, der mit dem Krimi 'Sag kein Wort' zuletzt einen veritablen Hit verbuchte. Er wartet mit einer effektiven, Suspense-reichen und technisch versierten Inszenierung auf, doch wirkt die Story oftmals konstruiert und funktioniert als Thesenpapier ebenso gut wie als Justizthriller. Zwar hielt sich Fleder eng an die Vorlage, doch anders als im Roman wird nicht die Tabak-, sondern die Schusswaffenindustrie angeklagt, da die Realität die Fiktion in Sachen Tabak längst überholt hatte. Zu Beginn steht ein Prolog, in dem ein gefeuerter Börsenmakler Amok läuft und ein Dutzend ehemaliger Kollegen erschießt. Einer davon ist der Mann von Celeste Wood, die zwei Jahre später den Hersteller der halbautomatischen Tatwaffe verklagt. Ihr Anwalt ist der idealistische Wendall Rohr (Hoffman), dessen Solidarität mit dem kleinen Mann sich schon an seinem schlecht sitzenden Anzug ablesen lässt. Im Kontrast dazu ist der vom Angeklagten hinzugezogene 'Jury-Konsultant' Rankin Fitch (Hackman) makellos gekleidet und ausschließlich von Geld motiviert. Fitch leitet eine High-Tech-Operation, die bereits im Vorfeld die Vergangenheit der potentiellen Geschworenen durchleuchtet, um mögliches Erpressungsmaterial aufzudecken und damit ihre Entscheidung beim Verfahren zu beeinflussen. Einer dieser Jurymitglieder ist der undurchsichtige Nick Easter (Cusack), der seine eigenen Pläne hat. Seine Freundin Marlee (Weisz) bietet sowohl Rohr als Fitch für die Summe von zehn Millionen Dollar durch Nicks Einfluss auf die Jury jeweils einen Schuld- oder Freispruch an. Ein gefährliches Spiel mit doppelten Boden beginnt.
Als Highlight wird die in einer Toilette stattfindende Konfrontation zwischen Hackman und Hoffman angelegt. Beide sind erwartungsgemäß hervorragend, leichte Oberhand hat allerdings Hackman (nach 'Die Firma' und 'Die Kammer' bereits zum dritten Mal in einer Grisham-Verfilmung), der selbst banale Dialogzeilen mit resoluter Autorität versieht. Auch bei den Nebendarstellern finden sich mit Bruce McGill, Bruce Davidson und Jeremy Piven hochkarätige Mitspieler. Leider sind trotz angestrengtem 'suspension of disbelief' manche Plotwendungen nur mit großem Wohlwollen des Publikums akzeptabel. Ob das Urteil des Publikums zugunsten dieses in allen Belangen professionell realisierten Edelkrimis ausfällt, hängt wohl in erster Linie davon ab, ob die Zuschauer willens sind, über die etwas unglücklichen Haken und Ösen der Handlung hinweg zu blicken, und sich dafür voll und ganz dem Glanz des Staraufgebots hinzugeben. ara.