... auf jeden Fall um Lichtjahre besser als die History Channel-Reihe "Unser Universum".
Zunächst vorweg: diese Rezension beurteilt die Serie als solches, und nicht die technische Umsetzung auf BLU-RAY - denn letztere gibts ja noch gar nicht ;-). Die Doku-Reihe läuft jedoch schon seit einiger Zeit auf Discovery-channel und wurde von diesem auch produziert.
Ich selbst habe die allermeisten Space-Dokus, die in den letzten Jahren erschienen sind gesehen. Was macht diese Space-Doku zur wohl derzeit allerbesten was man im Fernsehen im Bereich "Populärwissenschaft" sehen kann?
* Hervorragende noch nie gesehene und sehr beeindruckende Space-Animationen (Augenschmauß, angenehm anzusehen ohne die ständigen white-screens wie zb bei "Unser Universium")
* Erzählerisch und wissenschaftlich sehr hohes Niveau (siehe unten)
* Sehr aktuell, man erfährt sehr viel neues, besonders spannend zb die Galaxien-Folge (mit einem Modell unseres Universiums und Galaxienclustern) und die Urknall-Folge
Eigentlich kann da zurzeit allerhöchstens der Stephen-Hawking-3-Teiler mithalten. Wohl auch weil bei letzterem mit Sicherheit ein gewisser Anspruch sein musste, damit Herr Hawking bei sowas mitmachte.
Aber was macht eigentlich diese Serie so viel besser als die History Channel-Reihe?
Diese Serie ist in allen Punkten überlegen, aber vor allem in Einem, der den intellektuell anspruchsvollen Zuschauer bei der HC-Serie besonders nervt:
Die Discovery-Serie hat einen NICHT REPETITVEN Erzählstil. Die History Channel-Serie ist leider so aufgebaut wie viele der anderen "Dokus" aus dem anglo-amerikanischem Raum: für (ich vermute mal) eher bildungsfernere Personen, die 150+Fernsehsender haben, und dann zufällig mal nach einer der unzähligen Werbepausen auf den Kanal draufzappen, so dass nach der Werbepause und auch sonst ständig zwischendrin das show-mäßig aufgeblasene Folgenhighlight ständig wiederholt werden muss. Damit es auch jeder des o.g. Publikums versteht, bzw. nach dem Werbezappen noch "mitkommt", oder nicht plötzlich abschaltet weils zu kompliziert wird. In der Folge "Death Stars" z.b. wurde die Sache mit den Gamma-Strahlen die auf die Erde treffen könnten 9 (in Worten: NEUN) mal mit der gleichen Animation wiederholt (ja, nach dem dritten mal haben zum spaß wir mitgezählt). Das ist nicht nur nervig, sondern unerträglich.
Nicht so bei "Das Universum": wer eben erst nach der Hälfte einschaltet, hat eben die Hälfte verpasst. Und man muss sogar mitdenken. So bekommt man 45 Minuten lang pro Folge eben neue Informationen zu sehen. Welch "Drama" in Zeiten von Aufnahmegeräten oder eben Kauf-BLU-RAYS. Falls doch mal eine Aussage wiederholt wird, fällt das eigentlich nicht auf und nutzt eher der Erzählweise.
Fazit: wer auf Space-Dokus steht: absoluter Pflichtkauf, vor allem für diesen Preis!
PS: OK, eine einzige Sache hat die HC-Reihe der von Discovery doch voraus: eine etwas attraktivere Astro-Physikerin :-).
####### Update 29.04.2011: nachdem die BLU-RAY dann eintraf noch ein paar Ergänzungen zum Bild&Ton&Hülle: gefühlt zwar keine Referenzscheibe, dafür fehlt der letzte Tick Schärfe und Plastizität, trotzdem echtes HD (keine Hochskalierung o.ä.) und daher voll zufriedenstellend. Es sind selbst kleine Hintergrundsterne scharf dargestellt. Die Pappschachtel allerdings könnte man etwas robuster und haltbarer gestalten.
####### Update 15.05.2011: Herkunft der o.g. Vergleichsserie angepasst (History Channel)
####### Update 30.12.2011: Meinung bzgl. Ton geändert: ich muss den anderen Rezensenten Recht geben: der Ton ist suboptimal. Zum einen sind die Sprecher mit einer deutlich hörbaren Basspur unterlegt (klingt fast wie in nem schlechten SF-Film, wenn der Oberschurke spricht), zum anderen ist mal wieder der Fronstspeaker zu leise und die Surround-Kanäle zu laut. Dies ist aber ein gängiges Phämomen (siehe z.b. die Tranfomers-Reihe), war früher bei den DVD's auch schon so und ist vergleichbar mit dem "war of loudness" (siehe wiki) bei der Musikindustrie.
Nur, warum mischen die Studios die DVD's/Blu-Ray's so ab (Front zu leise, sourround zu laut?) Dies hängt mit der typischen Käuferschicht von Kauf-Filmen und deren Heimkino-"Anlage" zusammen: typischerweise ein <200 Euro Brüllwürfelset aus dem Kaufhaus. Und damit es eben aus den kleinen so weit entfernten Brüllwürfeln ordentlich "scheppert", werden diese zu laut abgemischt. Der Frontspeaker steht meist näher, und außerdem ist ja da noch der Fernseher in der Nähe ;-). Leute mit anständigen Anlagen können sich ja noch die Kanäle einzeln verstärken oder abschwächen. Wer dazu mehr Fragen hat: die hifi-Foren sind voll von postings diesbezüglich.
Für mich führt dies zu keiner Abwertung - schließlich, muss auch der Discovery-channel an seinen Absatzmarkt denken.