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Das Umstellformat: Erzählung
 
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Das Umstellformat: Erzählung [Gebundene Ausgabe]

Melitta Breznik
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
  • Verlag: Luchterhand Literaturverlag (13. September 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3630871283
  • ISBN-13: 978-3630871288
  • Größe und/oder Gewicht: 21,5 x 12,6 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 114.421 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Melitta Breznik
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.at-Redaktion

So durchgearbeitet, so dicht und auf das Wesentliche beschränkt", urteilte die FAZ 1995 bereits über ihr Erstlingswerk Nachtdienst. In gewohnter Qualität setzt die Österreicherin Melitta Breznik ihr literarisches Schaffen fort. Sie schildert in ihrer jüngsten Prosa die Geschichte einer Ärztin, die sich gemeinsam mit ihrer Mutter auf eine Reise in vergangene Tage begibt. Ihr Ziel: den verwischten Spuren von B.S. nachzugehen, der Großmutter und Mutter der beiden Frauen. B.S. wurde während des Dritten Reiches in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen, deren Welt sie nie mehr verlassen sollte. Starb sie eines natürlichen Todes, wie offiziell verkündet oder war sie eines der vielen Euthanasie-Opfer des Nazi Regimes?

"Ich möchte herausfinden, was die Menschen damals beschäftigt hat, möchte Eindrücke sammeln, die mich diesen Jahren näher bringen, mehr nicht", versucht die Erzählerin ihrer Mutter eingangs das Vorhaben schmackhaft zu machen. Diese wehrt sich, will mit der Vergangenheit nichts mehr zu tun haben. Ihr anfänglicher Widerwille wandelt sich jedoch bald in reges Interesse an dem Leben ihrer Mutter.

Die Erzählerin beleuchtet die außergewöhnliche Geschichte ihrer ganz normalen Familie von mehreren Seiten: Am Anfang stehen die Vor-Ort-Recherchen in der Jetztzeit, um mitmilfe von Dokumentationen und Besuchen der Kliniken das Leben von B.S. nachzeichnen zu können. Bald kommt es zu einem ersten Zeitsprung: der Briefwechsel zwischen ihrem verzweifelten Großvater P.S. und den unberührten Direktoren jener Landesheilanstalten, in die seine Frau wieder einmal verlegt wurde. Tonbandskripte runden die Reise in die Nazi-Zeit ab. Hier schildert die mittlerweile über 80-jährige Mutter ihre Kindheit, hält fest, woran sie sich noch erinnern kann.

Parallel dazu eröffnet Breznik eine nicht unwichtige Nebenhandlung: Seit ihrer Schulzeit ist die Icherzählerin mit ihren norwegischen Gasteltern Far und Mor befreundet. Bei ihrem letzten Besuch erwachte in ihr das Interesse an der Rolle der beiden im Krieg -- letztendlich erfährt sie darüber mehr, als ihr vielleicht lieb ist.

Neben ihrer Familie schreibt die Icherzählerin den beiden Norwegern Far und Mor eine wichtige Rolle in ihrem Leben zu. Die skandinavischen Freunde hatten sie schon in der Schulzeit als Gasteltern herzlich aufgenommen. Im Laufe der Jahre reduzierte sich der Kontakt auf ein paar wenige, aber intensive Besuche. So wechselt die Erzählerin zwischen den Schilderungen ihrer Reise auf den Spuren der Großmutter und den Erinnerungen aus Norwegen. Auf ihrem letzten Besuch dominierte bereits das Interesse am Dritten Reich und der Rolle ihrer Freunde in dieser Zeit. Dabei wirbelte sie letztendlich mehr Staub auf, als ihr vielleicht lieb ist.

Melitta Breznik ist eine gute Beobachterin mit einer großen Liebe zum Detail. Die Szenen sind eindringlich, die Schilderungen eindrucksvoll. "So wie sie beginnen, so enden die Geschichten Melitta Brezniks. Unspektakulär, ohne Schlußakkord, sondern eher mit dem, was man in der Musik als "fade out" bezeichnet", heißt es in einer Kritik treffend. Fest steht, dass die in Zürich lebende Österreicherin mit Das Umstellformat ihrem Namen einmal mehr alle Ehre macht. --Ute Langthaler-Nusser

Pressestimmen

In dieser Gruppierung problematischer Naturen, der Kombination verschiedener Sprachformen und dem persönlichen Umgang mit der Zeitfolge bewegt sich Melitta Breznik allerdings weit über die erprobten Sicherheiten ihrer früheren Arbeiten hinaus. Wohin? In einen vielstimmigen Roman, den sie womöglich wider Willen geschrieben hat. Sie nennt ihn immer noch eine Erzählung, aber er wiegt, schmal ist nicht dünn, Hunderte von Seiten anderer mühelos auf. (Frankfurter Allgemeine Zeitung )

Man ist kein besserer Mensch, wenn man Melitta Breznik gelesen hat, doch fühlt man tiefer, sieht man klarer, denkt man schärfer. Was will man mehr von Literatur? ... (Neue Zürcher Zeitun )

Das klingt nach einer sentimental journey, nach einer moralischen Reise in die Vergangenheit, nach Schmerz, Schrecken, Selbsterfahrung. Doch solche Kategorien scheinen Melitta Breznik gänzlich fremd. Zurückhaltung trifft den Ton des Buches wohl am besten. Hier wird nicht aufgebauscht, angeprangert oder erklärt. Statt dessen zeigt sich, wie wenig es braucht für gute Literatur: eine klare, unprätentiöse Sprache, Leerstellen, die weite Räume aufmachen. (DIE PRESSE )

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Zeitreise in die Vergangenheit, 28. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Das Umstellformat: Erzählung (Gebundene Ausgabe)
"Das Umstellformat" ist eine Erzählung über eine Ärztin, die sich auf Spurensuche in die Vergangenheit begibt. Sie arbeitet die Geschichte ihrer Großmutter auf, die im 3.Reich in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde und diese auch nicht mehr lebend verließ. Gemeinsam mit ihrer Mutter geht die Ärztin zurück in diese schreckliche Zeit der menschlichen Massenvernichtung.
Wie konnte das alles passieren?
Man schwieg und versuchte zu verdrängen.
Breznik schreibt in einem sehr klaren und nüchternen Stil - teilweise auch in Protokollform, was den kaltblütigen Umgang mit Menschen im Hitler-Regime noch zusätzlich unterstreicht.
Sehr zu empfehlen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Anregende Spurensuche, 28. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Umstellformat: Erzählung (Gebundene Ausgabe)
Die Autorin komponiert die Geschichte einer Spurensuche und Suche nach der eigenen Herkunft sehr sorgfältig. Die Themenfelder Schuld, Schuldzuweisungen, soziale Ächtung und Vergangenheitsbewältigung werden behutsam und differenziert beschrieben.

Die klare, nüchterne Sprache ist der herantastenden Spurensuche der Romanfiguren sehr angemessen. So entsteht eine dichte, spannende Atmosphäre über die Auseinandersetzung von Menschen verschiedener Generationen mit ihrer Jahrzehnte zurückliegenden Vergangenheit. Lesenswert!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen sehr beeindruckend!, 6. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Das Umstellformat: Erzählung (Gebundene Ausgabe)
Es ist die Geschichte einer Ärztin, die sich gemeinsam mit ihrer Mutter auf eine Reise in vergangene Tage begibt. Ihr Ziel: den verwischten Spuren von B.S. nachzugehen, der Großmutter und Mutter der beiden Frauen. B.S. wurde während des Dritten Reiches wegen Schizophrenie in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen, deren Welt sie nie mehr verlassen sollte. Starb sie eines natürlichen Todes, wie offiziell verkündet oder war sie eines der vielen Euthanasie-Opfer des Nazi Regimes?
Die namenlose Ich-Erzählerin bedient sich dabei mehrerer Erzählmuster. Neben Gesprächen mit ihrer Mutter während der Reise und mit den Ärzten der Kliniken, Auszügen aus den Krankenakten, Briefen des verzweifelten Großvaters und Erinnerungsprotokollen der Mutter gibt es einen zweiten Erzählstrang: Die Erzählerin war zum Schüleraustausch in einer norwegischen Familie und erfährt nun bei ihrem Besuch einiges über die Rolle der Norweger im 2. Weltkrieg. Mir ist dabei nicht klar geworden, welchen Hintergrund dieser zweite Erzählstrang haben soll, uninteressant war er aber auf gar keinen Fall!

Mich hat das Buch sehr beeindruckt, die Autorin schafft es, auf wenigen Seiten eine bedrückenden Geschichte zu erzählen. Ob ihre Großmutter nun ein Opfer der Euthanasie war oder eines natürlichen Todes gestorben ist, wird allerdings nicht aufgeklärt.

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