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Der Herbst des Jahres 1994 ist feucht in Istanbul. Regenwolken hängen unheilschwanger über der Skyline, Nebelschwaden verdüstern die geheimnisvollen Gassen. Nur hin und wieder bringt die Sonne Licht ins Dunkel. Das Istanbul von Christoph Peters Roman
Das Tuch aus Nacht ist ein chimärenhaftes Zwitterwesen. Nicht wirklich Orient, nicht wirklich Okzident, nicht wirklich wahrhaft und nicht wirklich Illusion. Hier der Wahrheit auf die Spur zu kommen scheint fast unmöglich.
Trotzdem: Albin Kranz will es versuchen in der für ihn fremden Welt. Jahrelang hat der alkoholabhängige und beizeiten unausstehliche deutsche Bildhauer die Liebe seiner Gefährtin Livia Mendt auf die Probe gestellt. Nun reisen beide in die Fremde, um auszutesten, wie nah sie sich noch sind. In Istanbul angekommen wird Kranz sofort in ein Spiel aus Wirklichkeit und Einbildung verstrickt. Hat er im Hotel gegenüber tatsächlich den Mord an dem dubiosen Edelsteinhändler Jonathan Miller beobachtet? Warum will ihm niemand glauben? Ist die Geschichte vielleicht doch Teil seines langsam beginnenden Alkoholdeliriums, wie Livia vermutet? Wird die Sympathie der Fotografin zu einer Urlaubsbekanntschaft die beiden letztendlich auseinander bringen? Und wie ist Kranz' plötzliches Verschwinden während einer Schiffsfahrt auf dem Bosporus zu erklären?
Mit viel berauschendem Lokalkolorit erzählt Peters seine ebenso vertrackte wie faszinierende Geschichte -- und stürzt seine Leserschaft in einen undurchschaubaren Strudel aus Beziehungen, Vermutungen, Lügen und Zweifeln, der sie sofort gefangen nimmt. Denn wie der Berliner Autor und Träger des aspekte-Literaturpreises seinen Plot in ständigem Perspektivwechsel spannend macht, ist sprachlich wahrlich virtuos. --Stefan Kellerer
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
"Das Tuch aus Nacht ist feinste Webware, nach der man im zeitgenössischen Literaturbasar lange suchen muss." (
Hubert Winkels, Die Zeit)
"Dieser Roman hat mich wirklich hingerissen!" (
Paul Kersten, NDR Kulturjournal)
"Christoph Peters wird seinem Ruf gerecht, er sei Deutschlands hinterhältigster Erzähler. (…) Auch dieser Roman ist eines jener seltenen Bücher, vor deren Lektüre eigentlich gewarnt werden muss. Es kommt einem zu nahe. Lässt einen nicht los. Und am Ende ist man nicht mehr derselbe." (
Elmar Krekeler, Die literarische Welt)