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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spannend,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Tschaikowsky- Tribunal (Gebundene Ausgabe)
Der misteriöse Tod des Komponisten Peter Tschaikowsky ist bis heute nicht vollständig geklärt. Zwar ist Tschaikowsky wohl an der Cholera gestorben, jedoch gibt es dazu die verbreitete These, er sei von einem Geheimgericht zum Selbstmord verurteilt worden.Der Historiker Fernandez nimmt sich dieser These an und verarbeitet sie zu einem überaus spannenden Roman. Freilich ist die Handlung selbst fiktiv, die (meisten)Personen jedoch gab es wirklich. Neben der breit angelegten Erzählung des Schicksales Tschaikowskys erhält man einen interessanten Einblick in die Verhältnisse in Russland vor der Revolution. 1893. Peter Iljitsch Tschaikowsky, angesehener Komponist in Russland wie in Westeuropa, weilt zu den Proben seiner neuen Sinfonie in St. Petersburg. Äußerlich erfolgreich, ist er innerlich jedoch zerrissen, von Selbstzweifeln und Depressionen geplagt: seine kurze Ehe ein einziges Desaster, unerwiderte Liebe, Selbsterniedrigung als Freier: er ist homosexuell. Eine Neigung, die zu leben 19. Jahrhundert völlig undenkbar ist. Verliebt in seinen Neffen "Bob" wird er von diesem nach Strich und Faden ausgenutzt. Als er schließlich einem jungen Offizier Avancen macht, nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Der Zar sucht Anschluß an den Westen und möchte aufgrund innenpolitischer Probleme ein Exempel statuieren, um die allgemeine Moral zu erhalten. Zudem ist sein eigener Sohn ebenfalls homosexuell. Da Tschaikowsky gerade auch in Frankreich äußerste Beliebtheit genießt und der Zar die guten Beziehungen zu Frankreich nicht gefährden will, werden sieben Ehemalige ausgewählt, die zusammen mit Tschaikowsky die Rechtsschule besucht hatten. Einer von ihnen ist Basile de Sainte-Foy, der als Generalbevollmächtigter einer französischen Stahl- firma den Vertrag zum Bau einer Brücke in St. Petersburg abschließen soll. Er ist der Ich-Erzähler und schildert die Ereignisse von 1893 im Rückblick. Die eigentliche Handlung besteht darin, daß de Sainte-Foy zusammen mit dem befreundeten Arzt, der ebenfalls Mitglied des Ehrengerichtes ist, versucht, die anderen Richter ausfindig zu machen und sie davon zu überzeugen, gegen eine Verurteilung Tschaikowskys zu stimmen, während dessen Lage sich z.T. durch seine Unvernunft immer weiter zuspitzt. Natürlich kommen umfangreiche Betrachtungen über Musik und die russische Kultur nicht zu kurz. Ingesamt ein sehr gelungener Roman, so könnte es wohl gewesen sein, wenn es denn so war. Die Viezahl der handelnden Personen mit ihren für uns kompliziert lautenden Namen macht es nicht immer leicht, zu folgen, jedoch enthält das Buch ein ausführliches Personenregister und eine Karte von Sankt Petersburg. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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