Das insgesamt fünfte Werk aus der Gezeitenwelt-Reihe beginnt erneut an einem neuen Punkt dieser fantastischen Welt und stellt neue Charaktere ins Rampenlicht des Geschehens.
Die Hauptprotagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein: Ein versoffener Söldner mit einem gewaltigen Potenziel an (wirklich!) schlechten Witzen und ein adeliger Ritter, der sich für unbezwingbar hält ("hält" ist mit Vorsicht zu genießen...).
Karl-Heinz Witzko führt den Leser von vielen heiteren Momenten, die er mit dunkelstem Humor beschreibt, zu Szenen, die die Abgründe der Seelen der beschriebenen Charaktere auftun.
Die Welt um sie herum beginnt zusehends zu einer Groteske zu werden, wenn Träume über die Welt wandeln, die besser nie geträumt worden wären.
Zunehmend nagt der Roman an den Urängsten des Lesers und vermittelt ein beklemmendes Gefühl der Bedrohung, wenn die Alpträume beginnen, langsam Form anzunehmen und sich einem gleichsam die Kehle zuschnürt, in der Ahnung, was da über die beschriebene Welt herein zu brechen droht.
Wenn man die letzte Seite vollendet hat, verbleibt dieses Gefühl der Beklemmung... man will wissen, wie es den Charakteren weiter ergeht, will eine Erklärung für das Geschehene.
Es ist noch einiges zu beschreiben und aufzulösen in dieser wundervoll gestalteten Welt!
Und wenn diese Serie das hohe Niveau hält, dann kann ich auch die weiteren Romane uneingeschränkt empfehlen.
Dieser hier ist bereits ein kleines Meisterwerk!