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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Über die Ausbeutung von Armen und Flüchtlingen,
Von Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Das Totenschiff: Die Geschichte eines amerikanischen Seemanns (Taschenbuch)
"Das Totenschiff" aus dem Jahr 1926 ist eine durchgehend reale und detaillierte Beschreibung der sklaverei-artigen Bedingungen auf einem Dampfer, wie sie zu der Zeit zu Hunderten die Weltmeere befuhren - ohne Flagge, ohne jegliche Sicherheitsstandards, ohne Legalität - aber billig. Heuer gab es kaum, nach Papieren wurde nicht gefragt - die heimatlosen, dreckigen, verbrauchten Gestalten aus dem Schiff wurden an Land stets gemieden und zu Außenseitern der Gesellschaft. Sie selbst nannten sich die "lebenden Toten" oder im Gladiatoren-Slang "die dem Tod geweihten". Traven vermittelt gut die Ausweglosigkeit der Situation. Die Reeder nutzten die Verzweiflung der Menschen aus, denen ansonsten nur Hunger oder der Weg in die Kriminalität blieb,Traven stellt zuvor vielleicht etwas lang die Situation des Matrosen Gale dar, wie er Monate lang arbeitslos durch Europa irrt und verschoben wird, bis er schließlich anheuert. Doch es trägt zum Verständnis der Zusammenhänge bei - da er zuvor alle Alternativen versucht. FAZIT: der Leser lernt einen wenig beleuchteten Ausschnitt der Geschichte kennen und erfährt eine Abwärtsspirale, wie sie auch heute vielerorts in der Dritten Welt existiert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Leben ohne Identitaet,
Von faustino888 (Tokyo) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das Totenschiff (Taschenbuch)
B. Traven beschreibt in seinem wohl bekanntesten Roman "Das Totenschiff" den Werdegang eines Menschen, der sein Schiff verpasst und damit seiner Papiere und wie sich im Laufe der Zeit herausstellt seiner Identitaet beraubt wird. Gale hat Landurlaub und schafft es nicht, rechtzeitig auf sein Schiff zurueckzukommen. Von nun an ist er ohne Papiere und muss auf der Suche nach Ersatz erkennen, auch ohne Wert zu sein. Ersatzpapiere werden ihm von der Botschaft vorenthalten, ohne Papiere findet er keinen neuen Job. Von nun an wird er zum Spielball der Buerokratie und des schonunglosen Kapitalismus, der sich Gales Notlage zugute macht und ihm jegliche Rechte und Moeglichkeiten auf ein menschenwuerdiges Leben vorenthaelt. Fuer Gale beginnt eine Odyssee durch Europa bis er schliesslich auf einem Schiff anheuert, dass einem Versicherungsbetrug geopfert werden soll und dessen Besatzung dem Tod geweiht ist.B. Traven macht sich zum Sozialkritiker und Chronisten seiner Zeit. Seine realitaetsnahen Geschichten sind brilliant und haben leider auch heute nichts von ihrer Brisanz verloren. Wie wichtig es im Leben ist, ueber den richtigen Pass zu verfuegen, wissen auch heute noch diejenigen zu berichten, die den falschen oder gar keinen Pass besitzen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannender, kompromissloser Roman,
Von Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Das Totenschiff (Taschenbuch)
Der amerikanische Seemann Gale verliert durch Unachtsamkeit seine Papiere und damit, wie er schnell feststellen muss, auch seine Existenzberechtigung innerhalb der Gesellschaft. Schutzlos ist er einer menschenverachtenden Bürokratie ausgeliefert, die ihn zu einem Dasein am untersten Ende der sozialen Skala verdammt: Gale bleibt nichts anderes übrig, als auf der Yorikke anzuheuern, einem wahren Totenschiff, auf dem Verkommenheit, Brutalität und Ausbeutung herrschen. B. Travens Roman greift Elemente der Abenteuer-, Seefahrts- und Arbeiterliteratur auf, verzichtet jedoch auf jedes Heldenpathos. Lakonisch und humorvoll schildert er eine Welt, in der der Einzelne zwischen Staatsbürokratie und Kapitalismus zerrieben wird, ohne dass er auch nur die geringste Chance hat, sich gegen die herrschenden Verhältnisse aufzulehnen. Je mehr Abenteuer der Held besteht, desto tiefer sinkt er. Belohnung oder Erlösung gibt es nicht. "Das Totenschiff" ist ein kompromissloses, spannendes, eindringliches Werk, das seinen rätselhaften Verfasser zu einem der meistdiskutierten Autoren seiner Zeit machte. Genau wie andere Romane Travens ist es einem sozialkritischen Realismus verpflichtet, der allerdings nie in den Sog von Politpropaganda, Schwarz-Weiß-Malerei und Weltverbesserungskitsch abdriftet. Fazit: Unbedingt lesenswert!
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