Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Die sozialen Unterschiede in Südamerika sind mir aus eigener Erfahrung bekannt und es ist erschreckend, welche Dimensionen diese Unterschiede annehmen. Das Buch zeigt ganz deutlich in welchem Konflikt sich Angelito befindet. Er möchte raus aus seinem elenden Leben, welches er nicht zu verantworten hat. Als er dann alles bekommt, wovon er sich nicht mal zu träumen wagte, wird ihm klar, dass Reichtum nicht zwangsläufig glücklich macht. Er sehnt sich nach seinen Freunden seines "früheren Lebens", besonders deutlich wird dies daran, dass er diese wiedersehen will und sich wünscht ihnen gutes zu tun.
Man könnte es kindliche Naivität nennen, dass Angelito an den Träumen festhält, die ihm sein neuer Bruder verspricht auch als er schon wieder jahrelang in Armut lebt.
Traurig und enttäuschend aber realistisch finde ich, dass Gregorio seinen Bruder am Ende vergisst und genauso habgierig wie seine Eltern wird. Dabei hatte man soviel Hoffnung in ihn gesetzt.
Ein Buch für alle Altersstufen, dass zum Nachdenken und Lernen über einen anderen Kontinent anregt.