Der Verlag Eugen Ulmer hat Ellen Fischers Topfgartenbuch in einer neuen, vierten Auflage preiswerter als bisher herausgebracht. Ein Sachbuch zum Thema Gärtnern in Töpfen und Kübeln in Gärten, auf Terrassen und Balkonen. Ein Sachbuch?
Zunächst einmal vor allem eine beredte Liebeserklärung an Topfgärten, eine liebevolle Hommage an die Flexibilität und die Entwicklungsmöglichkeiten, die Topfpflanzen dem Gärtner schenken. Die es dem Gärtner erlauben, einen eigenen Stil zu entwickeln, einen Garten zu verändern und Gartenräume zu nutzen, die ohne den Topf nicht nutzbar wären. Die Autorin stellt dem Leser mit ihrer poetischen Sprache einige gelungene Gärten vor, lässt sie vor dem inneren Auge lebendig werden; beschreibt aber auch die Ideen ihrer Gestalter und Gärtner. Würden die guten Fotos des Bandes fehlen, man würde es fast nicht merken. Es macht ausgesprochen Lesefreude, der Autorin in die klassischen Topfgärten, Schattengärten oder in einen rustikalen Garten zu folgen. Ihre sachlichen Hinweise und Ratschläge fallen dagegen stenogrammartig kurz aus, treffen aber das Wesentliche.
Wer einen Ratgeber erwartet, der ihm einfach zu imitierende Vorlagen anbietet, der liegt bei Ellen Fischer falsch. Wer sich begeistern lassen will für die vielfältige Welt der Topf- und Kübelgärten, wer sich anregen lassen will, zu eigener Gartenentwicklung, für den ist das Buch gemacht. Aber es bringt dem, der bereits über ein wenig gärtnerische Grundkenntnisse verfügt, neben dem Lesevergnügen auch viele gute Ratschläge und Empfehlungen. Sicherlich, man merkt, dass die erste Auflage des Bandes aus dem Jahre 2006 stammt, neuere Sorten kommen nicht vor. Aber das ist auch nicht so wichtig, denn das Wesentliche, die Freude am Topfgärtnern, die überträgt sich auf den Leser. Und die vielen Pflanzenvorschläge, die gemacht werden und die jeweils abgestimmt sind auf die Lage und den Grundcharakter eines Gartens, sind so reichlich, dass man viele Gärten damit füllen könnte.
Ein poetisches Lesebuch, aber auch ein Sachbuch, das jedem zu empfehlen ist, dessen Balkon leer steht, dessen Terrasse nur von Möbeln belebt wird und in dessen Garten noch keine Topfpflanzen zu finden sind. Nach der Lektüre dieses Buches wird der Leser es nicht abwarten können, seine Ideen umsetzen und seine neuen Töpfe und Pflanzen draußen arrangieren zu können. Wehrmutstropfen? Ja, es ist schade, dass das Bezugsquellenverzeichnis nicht überarbeitet wurde. Die Angabe von nicht mehr existenten Gärtnereien ist ärgerlich.