Das Buch gehört sicherlich zu den besten deutschen Beiträgen innerhalb der Debatte.
Die Autorin beginnt klassischerweise mit dwer Skizzierung des Problems in der alltäglichen Praxis: die Doppelmoral, mit der Menschen agieren, wobei der Kantianismus Grundlage für die Behandlung anderer Menschen und der Utilitarismus (allerdings eine sehr rohe Version) für die Behandlung anderer Tiere zu sein scheint.
Neben der Skizzierung des praktischen Missstandes gibt sie eine Zusammenfassung einiger bisheriger Positionen und Lösungsversuche, samt ihrer Kritik an diesen. Ohne zu sehr inhaltlich einzusteigen geht es ihr vor allem um die Probleme der verschiedenen metaphysischen Annahmen und im Fall des Singerschen Utilitarismus um dessen Gesamtsicht Leid und Glück betreffend. Was für sie daraus folgt ist eine auf dem Schopenhauerschen Konzept des generalisierten Mitleids aufbauende, metaphysikfreie Ethik, die Elemente der Tugendethik, als auch des Utilitarismus übernimmt, diese jedoch weiterentwickelt und präzisiert.
Ihr Konzept ist gut begründet, wenn ich persönlich auch einige ihrer Kritikpunkte an anderen Konzepten weniger problematisch sehe und sie in den Folgen, bzw. moralischen Anforderungen, die sich für jeden ergeben deutlicher hätte werden können.
Trotzdem bleibt mein Urteil, dass Ursula Wolf mit ihrem Buch/Konzept für die Debatte auf jeden Fall eine Bereicherung, wenn nicht gar ein Fortschritt darstellt.
Zum Schluss bleibt nur noch zu sagen, dass es jedem gut tun würde, dieses Buch zu lesen, sicherlich auch als Einstieg in die Problematik. Davon ausgenommen sind natürlich auch nicht amazon und deren Mitarbeiter. Vielleicht könnte das auch ein Anfang einer reflektierteren und verantwortungsvolleren Firmenpolitik im Umgang mit einigen der angebotenen Produkte bedeuten.