Desmond Morris ist Zoologe. Und als Zoologe erklärt er uns Menschen als die einhundertdreiundneunzigste Affenart. Von den anderen 192 unterscheiden wir uns in erster Linie darin, dass wir keine Ganzkörperbehaarung haben und aufrecht gehen. Und so stellt Morris etwas ernüchternd fest: "Wir sehen uns vielleicht als gefallene Engel, aber in Wahrheit sind wir Affen, die sich erhoben haben". In seinem Buch gibt er ein "biologisches Porträt unserer Art" und beschreibt den Menschen in seinem Umfeld, in seinen sozialen Beziehungen und eben seiner Biologie. Zwar wird sehr wohl deutlich, dass wir uns in vielen Punkten weiterentwickelt haben, aber es ist die These von Morris, dass wir in Wahrheit noch immer das Primatenbiogramm in uns tragen, ein Verhaltensmuster, das wir schon in uns hatten, als wir noch als Affen bananenessend auf den Bäumen saßen. In diesem Buch erfahren wir zum Beispiel, dass noch heute ein "biologischer Keuschheitsgürtel" funktioniert, der es biologisch unmöglich macht, dass eine Frau beim Fremdgehen schwanger wird, wenn sie noch ein paar Tage vorher Geschlechtsverkehr mit ihrem eigentlichen Partner hatte. Diese unglaubliche Einrichtung der Natur entstand, als die Affenmännchen noch jagen gingen und die Affenweibchen nicht von einem Nebenbuhler geschwängert werden sollten. Von solchen und anderen Eigentümlichkeiten der menschlichen Spezies wird in diesem Buch erzählt und es ist unglaublich, was es da noch alles zu erfahren gibt. Das längste Kapitel widmet Morris der "Biologie der Liebe", aber auch Jagdgewohnheiten (denn wir "jagen" heute immer noch) und Körpersprache werden behandelt. - Auf den ersten Blick fällt es bestimmt nicht leicht, sich auf diese Sichtweise einzulassen, sind wir doch gewohnt, uns als Krone der Schöpfung zu verstehen, und als so zivilisiert, dass alte Instinkte überholt zu sein scheinen. Trotzdem: dieses Buch ist bestimmt eines der spannendsten Bücher über den Menschen und gehört unbedingt zu meinen Lieblingsbüchern! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)