Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Die Luft ist raus, 2. Dezember 2009
Es deutete sich schon in den letzten beiden Bänden der Lincoln-Rhyme/Amelia-Sachs-Reihe an und trat diesmal besonders zutage: Jeffery Deaver hat sehr stark nachgelassen.
Waren die ersten Titel mit dem gelähmten Spurenermittler und seiner Assistentin noch allerbeste, spannendste Unterhaltung, kopiert sich der Autor so langsam nur noch selbst. Sein Konzept, immer wieder mit überraschenden Wendungen den Leser ans Buch zu fesseln, scheint endgültig ausgereizt, und auch die Figuren, mit deren Zeichnung Deaver schon seit jeher seine Probleme hatte, sind in "Das Teufelsspiel" lediglich ein Schatten ihrer selbst. Ist dieser fünfte Band damit also der Abgesang eines großen Thriller-Autors? Eine wohl etwas vorschnelle Aussage, da man auch diesmal sieht, dass er plotten kann. Die Story orientiert sich stark an der politischen Lage in den USA nach dem 11. September und fängt ausgesprochen viel versprechend an:
Schauplatz ist ein abgelegener Raum in einem New Yorker Museum. Bereits frühmorgens sitzt hier die sechzehnjährige Schülerin Geneva Settle über Büchern zur afroamerikanischen Geschichte und liest dabei auch einen Brief ihres Vorfahren Charles Singleton. Ein Schwarzer, ehemaliger Sklave und Bürgerkriegsveteran, der vor gut 140 Jahren wegen Diebstahles ins Gefängnis gewandert ist. Völlig in ihre Lektüre vertieft, bemerkt sie dabei fast zu spät das Herannahen eines unheimlichen Fremden, der offenbar auf eine Vergewaltigung aus ist. Dank einer geschickten List kann sie fliehen, doch von diesem Zeitpunkt an bleibt ihr der Mann unerbittlich auf den Fersen. Als Lincoln Rhyme, der geniale Ermittler, welcher nach einem Unfall vom Hals abwärts gelähmt ist, hinzugezogen wird und feststellt, dass es sich bei dem Unbekannten um einen eiskalten Profikiller handelt, entwickelt sich ein tödliches Spiel zwischen Verfolgern und Gejagten. Und die ganze Zeit steht die Frage nach dem Motiv des Mörders im Raum...
Jeffery Deaver, der sich selbst zum Ziel gesetzt hat, mit möglichst vielen Haken und Wendungen innerhalb der Handlung den Leser aufs Glatteis zu führen, ist in "Das Teufelsspiel" an seinen eigenen Ansprüchen gescheitert. Die stets neuen Auflösungen aus denen möglichst viel Spannung resultieren soll, bremsen diesmal eher den Lesespaß und führen nur dazu, dass sich die gesamte Geschichte, die nun schon knapp 540 Seiten umfasst, unnötig in die Länge zieht. Deaver baut Erwartungen auf, welche die endgültige Lösung des Rätsels nicht erfüllen können. Die mehrfach nachträgliche Neuinterpretation des Geschehens verkommt schließlich zum Selbstweck, welcher dem Autor in seiner Kreativität sehr enge Grenzen setzt. Hat man sich bei den ersten Bänden der Reihe noch durchgängig vor Spannung die Fingernägel abgekaut, perlt hier der Plot irgendwie am Leser ab. Die Ermittler scheinen stets Herren des Geschehens zu sein und bedrohliche Situationen, die mit einem Cliffhanger am Ende eines Kapitels den Puls nach oben treiben sollen, verpuffen im Nichts, da man eine gelungene Intervention der "Guten" auf der nächsten Seite bereits erwartet.
Besonders Amelia Sachs, anfangs noch eine unerfahrene Assistentin mit Fehlern, ist von Deaver zum schießwütigen Laufburschen Rhymes degradiert worden, der zwar noch das Gitternetz am Tatort abläuft, darüber hinaus aber lieber mit dem Sportwagen New York in wenigen Sekunden durchquert, Mörder mit einer ungeladenen Pistole entwaffnet und nebenbei noch gönnerhaft jungen Polizisten ein paar gute Tipps mit auf den Weg gibt. Für mich ist sie der neue Unsympath der Reihe, während Rhyme selbst viel seiner unnahbaren und arroganten Art verloren hat. Diese Veränderungen wären zu verschmerzen gewesen, hätte der Autor nicht noch Geneva Settle eingebaut. Ein schwarze Lisa Simpson, die auch nach dem Tode mehrerer Menschen und im Visier eines Killers noch ihre Hausaufgaben macht, für Klausuren lernt und von Sex nichts und von ihrer Heimat Harlem noch weniger wissen will. Hier ist eine ganze Menge Glaubwürdigkeit auf der Strecke geblieben, die auch nicht mit der Überfrachtung von CSI-Elementen zurück gewonnen werden kann. Und nicht selten wünscht man sich, dass der Killer doch in der Ausführung seines Jobs ein wenig erfolgreicher wäre. Das Ende beantwortet schließlich wie immer logisch alle zuvor offenen Fragen, hat mich aber auch völlig unbeeindruckt zurückgelassen.
Insgesamt ist "Das Teufelsspiel" der bisher mit Abstand schwächste Teil einer Reihe, der langsam die Luft auszugehen scheint. Viele gute Ansätze, die im Nichts versickern und ein überfrachteter Plot mit nicht konsequent verfolgten Handlungssträngen sorgen dafür, dass man sich besonders im letzten Drittel das Ende herbeisehnt. Allein die Hoffnung auf Besserung im nächsten Band bleibt.
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Vielleicht schon verwöhnt?, 1. Mai 2006
Begeistert habe ich mich auf den neuen Deaver gestürzt und wurde leider etwas enttäuscht. Das könnte aber auch daran liegen, dass man durch diesen Autor sehr verwöhnt ist und immer außergewöhnliche Handlungen und Spannungskurfen erwartet. Getrimmt durch die vorherigen Bücher liest man wesentlich genauer, achtet auf kleine Unstimmigkeiten und Hinweise. Leider erreicht er das Niveau seiner ersten Bücher hier nicht, daher nur drei Sterne. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Thrillern die auf dem Markt sind immer noch sehr gut.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Mein erster, aber nicht mein letzter Deaver!, 8. März 2009
Das hier war der erste Teil der Serie, den ich gelesen habe. Mag vielleicht blöd sein, mitten in der Reihe einzusteigen, aber ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen.
Manchmal habe ich es aber doch sehr deutlich gemerkt, dass mir sozusagen fünf Teile "fehlen". Die Vertrautheit zwischen Amelia und Lincoln zum Beispiel - sie war für mich ganz fremd, genauso wie altbekannte Personen, beispielsweise Lon.
Die Spannung erlebte dadurch keinen Abbruch, aber ich denke, dass es doch besser ist, die einzelnen Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Viele hier schreiben hier, dass dieses Buch nicht so spannend ist wie seine Vorgänger. Also wenn die anderen Bücher nur halb so spannend werden, wie dieses hier, hat Deaver eindeutig einen neuen Fan gefunden
Ich hab das Buch wirklich unglaublich spannend gefunden und musste immer weiter lesen, wenngleich ich mich über manche Wendungen der Geschichte regelrecht ärgern musste, weil sie mir so unwahrscheinlich und gekünstelt vorgekommen sind. Aber da das Gesamtpacket spannend blieb, konnte ich damit gut leben.
Also Manko muss ich allerdings angeben, dass für mich sämtliche beteiligte Personen wirklich farblos geblieben sind. Ich konnte mich in keine einzige Person hineinfühlen, zu keiner einzigen Person irgendwas wie eine Beziehung aufbauen. Am meisten ist mir diese mangelende Beziehung zu ihnen bei Lincoln und Amelia aufgefallen. Schade. Ich hoffe, es liegt daran, dass ich die anderen Fälle nicht kenne, weil alles in allem finde ich das wirklich ein großes Manko.
Nichtsdestrotrotz habe ich in der Abteilung für deutsche Bücher hier schon den 5. und 7. Band gesehen, die ich bei meinem nächsten Besuch dort mitnehmen werde
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