Das "Tal des Himmels" stellt ein kleines Fleckchen Erde im Süden Kaliforniens dar, das von verschiedenen Familien mit außergewöhnlichen Geschichten bewohnt wird. Einem bestimmten Haus wird ein Spuk nachgesagt, doch das ist nicht die einzige Attraktion in diesem Tal. Das Haus wird beinahe vergessen, da sich anderweitige Dinge ereignen, die jede Familie im Tal als gegeben und besonders hinnehmen muss...
Dieser Roman von Steinbeck stellt Kapitel um Kapitel Geschichten vor, die sich aneinanderreihen innerhalb der Familien im fruchtbaren, schönen und sonnigen "Tal des Himmels" und die somit ein Ganzes ergeben, ein Bild vor Augen des Lesers entstehen lassen, der die Erlebnisse der Menschen wortlos hinnehmen muss, genauso wie sie es tun. Mögen es Hinrichtungen, die ungerechterweise getätigte Einweisung in eine psychiatrische Heilanstalt oder die strenge Erziehung eines Mädchens, das von der Kontrollsucht ihres Vaters nahezu moralisch ermordet wird, sein: Steinbeck wirft dem Leser geradeso die Leiden menschlicher Wesen hin, wie sie nicht genauer hätten umschrieben werden können. Man kann diesen Roman, der eigentlich wie eine Aufeinanderfolge von Novellen wirkt, mit einem Blick durch ein Kaleidoskop vergleichen. Dieser Blick hier durch hat auch etwas von einem Blick durchs Schlüsselloch und somit etwas Voyeuristisches, wobei man als Leser ganz unfreiwillig für seine Neugier am Weiterlesen bestraft wird: Man bekommt zu viel zu sehen an Bildern; sie drängen sich einem auf und man MUSS sich überwinden, weiterzu- machen-, lesen-, ja, zu kämpfen, da man alle Geschichten, die sich innerhalb des Tals abspielen, ERFAHREN möchte, sei es auch noch so schwer. Ein großartiger Roman also mit viel Wirkung auf den Leser und mit einem besonderen Stil.
~Bücher-Liebhaberin~