Oft empfehlen wir uns Bücher in unserer Frauenclique. Dieses Mal wurde das Tahiti Projekt an mich gereicht. Als ich darin anfing zu lesen, dachte ich, nein, das kann ich unmöglich weiter lesen. Dirk C. Fleck beginnt damit, auf genaue Weise zu beschreiben, wie eine ganze Familie fast komplett eliminiert wird. Es geschieht auf lautlose, grausame Weise. Parallel dazu, versuchen Öko-Aktivisten uralte Mammut-Redwood-Bäume vor der Abholzung zu retten.
Der Öko-Thriller spielt in der Zukunft im Jahre 2022. Es gelingt Fleck den Leser immer mehr in seinen Bann zu ziehen, bis endlich Tahiti selbst in die Erzählung tritt. Von da an gibt es für den Leser kein Halten mehr. Es ist atemberaubend, in die Schönheit der polynesischen Insel einzutauchen. Aber das Beste ist daran, dass Fleck seinem Buch eine gute Recherche zugrunde legte. Vom heutigen Stand aus gesehen, webt er die beeindruckenden Entdeckungen, Forschungen und Ergebnisse in eine ökologische Welt in Tahiti ein, die alphabetisch im Anhang mit Indices aufgeführt sind. Dem Leser wird beispielsweise ein Straßenbelag aus Reiskleie vor Augen geführt - übrigens ein Nebenprodukt von Viehfutter - dass sich als abriebfeste Substanz und als Wasserspeicher herausstellt. Damit ist die verkehrsbelastete Straße leiser und verhindert Aquaplaning. Darüber hinaus zeigt Fleck in seiner Geschichte die Möglichkeit, ein neues Geldsystem erfolgreich einzuführen und zu einer ökologischen Landwirtschaft zurück zu finden.
In dem turbulenten Krimi stecken ausserdem eine Liebesgeschichte, ein spannendes Computerspiel und die zu tage kommende List der Ölindustrie. Mit einem Zitat aus dem Buch möchte ich schließen: "Tatsache ist, dass wir dabei sind, jegliches Leben auf diesem Planeten auszulöschen wissentlich. Das ist vorsätzliche Tötung. Es ist von großer Bedeutung, dass wir uns dieser Tatsache im vollen Umfange bewusst werden. Die wichtigste Frage, der wir uns heute noch zu stellen haben, heißt: kollektiver Selbstmord oder geistige Erneuerung. Ich vermute, dass ein überwiegender Teil der Menschheit die zweite Lösung bevorzugt."