Mit Liebe zum schaurigen Detail werden dem Leser hier mit Hilfe des überraschend aufgetauchten Tagebuchs des "Jack The Ripper" Einblicke in die Abgründe einer menschlichen Seele gewährt. Die Autorin hält sich dabei vor allem an Fakten, resümiert Schritt für Schritt das Leben dieses Mannes und was ihn zu seinen Taten trieb. Darüber hinaus versteht es S. Harrison gefühlvoll, dem Mörder ein Gesicht zu geben, an dessen "Mensch-Sein" viele seiner Zeitgenossen zweifelten. Harrison zeigt, daß Jack The Ripper ein mehr oder weniger normales gutbürgerliches Leben führte und selbst ein Opfer seiner Zeit war. Anschauliches Fotomaterial hilft dabei, die durch Text geschaffenen Vorstellungen ins richtige Bild zu setzen. Von der Echtheit des Tagebuchs ausgehend, ist dies ein Meisterwerk der Kriminalgeschichte, das seinesgleichen sucht. Harrison bleibt uns keine Antwort auf die Frage nach der Echtheit des Tagebuches schuldig, sondern legt überzeugend dar, wieso es echt sein "muß". Trotzdem blieben mir Zweifel, ob es nicht doch einfach nur ein großer Publicity-Gag ist, der sein Ziel verfehlte - und das "Tagebuch des Jack The Ripper" nicht weiter ist als eine Fälschung.