Zuerst muss ich ein großes Lob aussprechen, das Buch sieht wirklich super aus und der Kunstleder-Einband macht einiges her (sogar ein roter Gummi zum Verschließen ist angebracht - nett nett! - übrigends: Der Papierstreifen mit "Zur Veröffentlichung freigegeben" lässt sich einfach herunternehmen). Der Inhalt wurde auf alt gemacht, wie ein richtiges Tagebuch, man sieht Tassenränder, Fingerabdrücke, Kaffee-Flecken usw.
Das Buch beginnt in der Kindheit Indys, dementsprechend ändert sich auch sein Schreibstil (und seine Rechtschreibnung ;-). Nette Skizzen, Bilder, Zeitungsausschnitte,'
Warum gebe ich dem Buch nun nur 4 Sterne?
Das 'Tagebuch' wirkt einfach zu 'Merchandise-Produkt'-mäßig, was aber wegen des neuen Kinofilms kein Wunder ist.
Der Inhalt wirkt einfach zu zusammengestückelt, also ob jeder, der die Filme zwei mal gesehen hat, ihn verfassen könnte. Man nehme einfach alle Schauplätze bzw. Tempelräume, die man im Film zu Gesicht bekommt, mache ein Skizze und ein paar Notizen dazu und fertig. Ich hätte mir gewünscht, etwas mehr von den Begebenheiten zwischen den Szenen zu lesen und von Orten/Fallen, die nicht oder nur wenig gefilmt/gezeigt wurden.
Der Inhalt ist wirklich schön und im Tagebuchstil hergemacht, aber oft fragt man sich, wozu Indy bitte ein Briefkuvert oder dergleichen einklebt?! Solche Scrapbook-mäßigen Sachen gehören einfach nicht in ein Tagebuch. Typischerweise wurde je nach Verfasser einer Notiz nur die Schriftart geändert, was auch irgendwie "billig" wirkt (wäre es so ein Problem gewesen, diese nur 200 Wörter vll per Hand zu schreiben, damit nicht jeder Buchstabe gleich aussieht?).
Stichwort Tagebuch: Eigentlich ist das Buch in den IJ-Filmen ja nur ein Notizbuch, warum betitelt man dann dieses Produkt als Tagebuch, obwohl bis auf einige anfängliche Eintragungen nur Notizen zu den Filmen enthalten sind?
Noch ein paar kleine Kritikpunkte: Die wenigen Kommentare treffen leider viel zu selten den Indy-Stil. Außerdem ist das Buch viel zu groß (A5) für das Notizbuch, das unser geliebter Held immer bei sich trägt (natürlich lässt sich das schwer produzieren, doch ein etwas kleineres Format hätte doch besser gewirkt).
Ich will das Tagebuch des Indiana Jones nicht schlecht machen und bereue den Kauf nicht; es ist ein netter Fan-Artikel und jeder Liebhaber der Filme wird seine Freunde damit haben. Doch wenn man es nach ca. einer Stunde (!) durchgelesen hat, fragt man sich doch, was man nun damit anfängt? Man hat nichts dazugelernt (weder allgemein noch über die Filmgeschichten), es 'fühlt' sich nicht wie ein richtiges Besitztum Indy's an und als Unterlage zu den Filmen ist es auch eher weniger zu gebrauchen.