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Das Tagebuch der Jane Somers: Roman
 
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Das Tagebuch der Jane Somers: Roman [Taschenbuch]

Doris Lessing
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (1. August 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442721563
  • ISBN-13: 978-3442721566
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 11,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 45.390 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein Wachrüttelbuch!" (Abendzeitung )

Kurzbeschreibung

"Bis vor ein paar Wochen hatte ich alte Leute überhaupt nicht wahrgenommen. Meine Augen waren auf junge, attraktive, gutgekleidete Menschen eingestellt, und nur sie bemerkte ich. Und jetzt ist es, als hätte man über dieses Bild eine Transparentfolie gelegt, und plötzlich sind die Alten und Behinderten mit darauf!" (Jane Somers)

Jane Somers ist eine Karrierefrau. Den Tod ihrer Mutter und ihres Mannes hat sie fast teilnahmslos hingenommen. Nun lernt sie die um vierzig Jahre ältere Maudie kennen - und beginnt Tagebuch über eine außergewöhnlich tiefgründige Beziehung zu führen...


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Chronik eines Wandels 18. November 2001
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
"Zuerst einmal muss ich vier Jahre zurückgehen. Damals habe ich kein Tagebuch geführt. Hätte ich doch nur. Jetzt weiss ich nur, dass mir heute alles ganz anders vorkommt als damals, als ich es erlebte." -
So beginnt die "Abrechnung" Jane Somers', einer Frau um die 50, mit ihrem bisherigen Leben: mit der Oberflächlichkeit und Kommunikationslosigkeit ihres scheinbar so erfolgreichen Lebens als Herausgeberin einer bekannten Zeitschrift. Den Tod ihrer Mutter und ihres Mannes hat sie problemlos beiseiteschieben können, ohne ihm tiefe emotionale Bedeutung zuzugestehen: Das Leben musste wie gehabt weitergehen. Der Wendepunkt kommt, als sie die fast 90jährige Maudie kennenlernt, die unter ziemlich elenden Bedingungen alleine lebt.
Hier setzt das Tagebuch ein, in dem Jane erzählt, wie sich zwischen ihr und Maudie eine keineswegs harmonische und doch tiefe "Freundschaft" anbahnt. Im Laufe der Monate breitet Maudie ihre gesamte Vergangenheit vor Jane aus, und diese beginnt, die zentralen Werte der Welt, in der sie lebt - Erfolg, Jugend -in Frage zu stellen. Und zwar nicht nur in Gedanken, sondern auch praktisch: die Betreuung der alten Maudie bis zu deren Tod rückt immer mehr in den Mittelpunkt ihres Lebens, und sie gewinnt Einblick auch in die bürokratischen "Mühlen", die dazu beitragen, Maudie das Alter unerträglich zu machen.
Doris Lessing gelingt hier eine sehr einfühlsame Darstellung eines immer aktuellen Themas - heute vielleicht mehr als je: unserer Konfrontation mit dem Alter. Ein absolut packendes, gleichzeitig humorvolles und tief nachdenkliches Buch - uneingeschränkt zu empfehlen!!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
1. Jana als Karrieristin

Jane oder Janna Somers ist eine Karrierefrau. Ihre Schwester Georgie, ihr verstorbener Mann Freddie, ihre Mutter, die ein Weilchen bei ihr lebt und natürlich die vielen alten Leutchen, die gebückt mit ihren kleinen Einkäufen nachhause schlurfen, sie alle verblassen in ihrer Abgehobenheit in einem workaholiken, oberflächlichen Leben als empathieloses, promiskes, nasszellenaffines Modepüppchen, als allein lebende Lifestyle-Journalistin.

2. Jana als Individuum

Die zornige, widerständige Greisin Maudie, mit der sie sich anfreundet, durchbricht dieses hermetische Selbstkonzept und das bringt ihr bisheriges Leben durcheinander, die symbiotische Beziehung zu ihrer Chefin erweist sich als wenig tragfähig, auf der Redaktion ist sie nur noch selten, statt der Mode zu folgen, lässt sie sich Altes nachschneidern, von Sex ist kaum mehr die Rede, ihre Nichte Jill lebt bei ihr, sie ist mit ihren Büchern erfolgreich und Janna hat sich aus freien Stücken eingelassen mit Maudie, mit anderen Alten und ihrem Umfeld von Sozialamtsvertreterinnen.

3. Der Wandel

Die Beziehung zu Maudie ist ihr Weg zu einer neuen Weltsicht. Es ist eine Emanzipationsgeschichte im weiten Sinne: Janna Somers wird gescheiter, offener, lernfähiger und es erschliessen sich ihre neue Realitäten. Sie wird vom charakterfreien Zombie zu einem Individuum, zu einem eigensinnigen Menschen auf dem Weg in ein besseres, reicheres, emotionaleres, farbigeres Leben und in ein differenzierenderes, weiter ausholendes Denken. Aber sie ist schon fünfzig. Eine Spätzünderin.
Nebenbei erfahren wir etwas über die Mühen des Staates im Umgang mit den Alten und über die Abläufe in Spitälern. Maudies und später Jannas Zorn entzünden sich nicht zuletzt daran. Sie stellen ihren Eigensinn gegen die Zumutungen der staatlichen Strukturen, die sie zu Nummern degradieren wollen.

4. Gute Lektüre

Im riesigen Werk von Doris Lessing, geprägt durch mehrbändige Grossprojekte, scheint dieser Roman eine kleine Nebensache zu sein, ein später, allein stehender Text (1983). Ich habe früher einen Roman von ihr gelesen, Martha Quest", Band 1 des fünfbändigen Zyklus Kinder der Not" (1964). Aus dieser Leseerfahrung gefällt mir die Art und Weise, wie sie ihre Stoffe darbietet. Sie weiss und kennt, worüber sie schreibt. Sie ist in diesem Roman nahe dran, mit ihrem sparsamen, realistischen, leicht lakonischen Stil.

Ein interessanter, engagierter, sanft multiperspektivischer, spannender und gut zu lesender Roman, der eine schöne und wahre Geschichte erzählt.

5. Nobelpreis für Doris Lessing

Wer hat nicht alles den Nobelpreis bekommen?!! Doris Lessing hätte ihn sich dicke verdient! Eine Zeitzeugin ersten Ranges, die zudem Emanzipationsgeschichten - im weiten Sinne - erzählt. Ich glaubte immer, das sei es, was das Komitee will. Also, solange sie noch unter uns ist - Jahrgang 1919, bitte, nicht posthum!! Hurry up!

Nachtrag vom 12.11.2007: Aufgrund dieser Rezension hat sie ihn bekommen, nicht wahr? Hurra!! Und ein guter Grund, noch mal was von ihr zu lesen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von C. Voigt
Format:Broschiert
Es gibt Bücher, die anders als andere sind und dieses gehört auf jeden Fall dazu. Jane Somers ist jung (um die 50) und reich. Maudie ist alt (um die 90) und arm. Beide haben ihren Stolz und doch das Herz am rechten Fleck. Sie werden Freundinnen, was oft auf eine harte Probe gestellt wird. Doris Lessing schafft es, dass sich der Leser schnell in die beiden Hauptfiguren hineinversetzen kann und mit ihnen mitgeht. Als Leser kommen einem schnell Gedanken darüber, wie und ob die eigenen Eltern im Alter zu pflegen sind beziehungsweise wie die eigene Einstellung zum alt werden ist. Denn: Jeder will alt werden, aber niemand möchte es sein.
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Nobelpreis für Doris Lessing 0 12.10.2007
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