Wie sollte ein Buch sein? Es sollte spannend sein, witzig, einem ab und zu eine neue Sicht auf die Dinge bieten. Kann so ein Buch sein, in dem es um einen Hamster geht? Noch dazu um Esoterik, Selbstverwirklichung, Taoismus? Unmöglich! Dachte ich zumindest vor der Lektüre dieses Buches. Aber eine gute Freundin gab es mir vor einigen Tagen, und da sie normalerweise einen ganz guten Geschmack hat, begann ich mal mit den ersten Seiten.
Kaum hatte ich angefangen, da war auch schon meine Zugfahrt von immerhin einer Stunde vorbei, und ich konnte es kaum erwarten, zu erfahren, wie es mit dem süßen, ach so weisen und doch menschlichen Hamster Louis, seinen tierischen und menschlichen Freunden und dem großen Thema - dem Hamster-Tao - weiter gehen würde.
Damals im 'Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten' wechselte der Autor zwischen Realität und weit ausholenden Exkursionen in die Lehre des Zen, wobei letztere so theoretisierend und trocken waren, dass man froh war, wenn die Handlung endlich weiter ging. Anders bei Heike Hoyers erstem Roman. Hier fiebert man mit dem kleinen Louis bei seinen abenteuerlichen Erlebnissen durch sein Leben, das gespickt ist mit tränen-lachenden Situationen, pysychologischen Einsichten und - ja - esoterischen Sichtweisen, die selbst mir als Naturwissenschaftler äußerst einleuchtend und lebensnah erscheinen.
Nach wenigen Seiten liegt dabei die gesamte Szenerie so bildhaft vor einem, dass man meint, einem atemberaubenden Kinofilm zuzuschauen.
Und genau das ist meine Hoffnung für dieses Buch: Es sollte verfilmt werden! Nach 'Ratatouille' nun eine Geschichte mit schlauen Hamstern, besoffenen Ratten, arbeitswütigen Ameisen und durchaus fehlbaren Menschen, die in der Geschichte mangels telepatischer Fähigkeiten und Hamster-Net-Zugang fast immer die zweite Geige spielen.
Ein äußerst empfehlenswertes Buch für alle, die Lust darauf haben, bei fesselnder und guter Unterhaltung auch mal über den Tellerrand hinaus zu schauen!