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Das System der Dinge: Über unser Verhältnis zu den alltäglichen Gegenständen (Campus Bibliothek) [Broschiert]

Jean Baudrillard , Florian Rötzer , Joseph Garzuly
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 15,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

13. August 2007 Campus Bibliothek
»In der städtischen Zivilisation sieht man, wie Generationen von Gegenständen, Apparaten und Gadgets einander in immer schnellerem Tempo ablösen …« – so beginnt Jean Baudrillards Erstlingswerk von 1968, in dem er die uns umgebenden, hergestellten Dinge als ein geschlossenes Zeichensystem deutet: als eine Scheinwelt des Konsums, in der Wunsch und Ware untrennbar miteinander verknüpft sind. Als das Werk entstand, gab es noch keine PCs, geschweige denn das Internet. Angesichts globalisierter Märkte und einer inflationären Apparatewelt lohnt es sich, dieses faszinierende Dokument postmodernen Denkens heute wieder zu lesen.

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Das System der Dinge: Über unser Verhältnis zu den alltäglichen Gegenständen (Campus Bibliothek) + Kool Killer oder Der Aufstand der Zeichen + Philosophien der neuen Technologien
Preis für alle drei: EUR 33,90

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Produktinformation

  • Broschiert: 264 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 3 (13. August 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3593384701
  • ISBN-13: 978-3593384702
  • Originaltitel: Le système des objets
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 249.050 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Jean Baudrillard, 1929 – 2007, Medientheoretiker, Philosoph und Soziologe, war bis zu seinem Tod Professor an der European Graduate School in Saas-Fee, Schweiz.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Die Ausgestaltung des Wohnraums Das überlieferte Milieu In der Ausgestaltung des Wohnraums spiegeln sich die Familien- und Gesellschaftsstrukturen einer Epoche wider. Das typisch bürgerliche Interieur hat ein patriarchalisches Gepräge: Es stellt die Einheit von Speise- und Schlafzimmer dar. Die Möbel, unterschieden nach ihrer Funktion, doch streng aufeinander bezogen, kreisen um den Tisch oder um das Bett in der Mitte. Die Tendenz, den Raum anzufüllen, auszufüllen, ihn abzugrenzen, ist offensichtlich. Eindeutigkeit, Unverrückbarkeit, beeindruckende Gegenwärtigkeit und rangachtende Förmlichkeit bestimmen das Bild. Jedes Stück hat, den einzelnen Verrichtungen der familiären Zelle entsprechend, eine fest umrissene Bestimmung und verweist überdies auf eine Auffassung von der Person als eines ausgewogenen Gefüges distinkter Fähigkeiten. Die Möbel starren einander an, behindern einander und fügen sich zu einer Einheit zusammen, die weniger eine räumliche, als eine moralische ist. Sie ordnen sich entlang einer Achse, die den regelmäßigen Ablauf des Tages und die symbolische Anwesenheit der Familie versinnbildlicht. In diesem privaten Raum verinnerlicht jedes Möbelstück, jeder Gegenstand auch seine eigene Funktion und verleiht ihr eine symbolische Würde - wie das Haus selbst die Integration der persönlichen Beziehungen innerhalb der halb geschlossenen Familiengruppe zur Vollendung führt. All dies verbindet sich zu einem Ganzen, dessen Struktur auf der patriarchalischen Tradition und Autorität beruht und in dessen Mitte jene gefühlvollen und komplexen Beziehungen Platz greifen, die alle Mitglieder untereinander verbinden. Dieses Heim bildet einen spezifischen Raum, der an einer sachlich-objektiven Einrichtung nur wenig Geschmack findet, weil hier die Möbel und Gegenstände vor allem die Funktion haben, die menschlichen Beziehungen zu personifizieren, den Raum, in den sie sich teilen, zu bevölkern und selbst eine Seele zu besitzen. Die reelle Dimension, in der sie leben, ist der moralischen unterstellt, welche sie anzuzeigen haben. In diesem Raum ist ihnen eine ebenso begrenzte Autonomie zugestanden, wie sie die verschiedenen Familienmitglieder in der Gesellschaft haben. Wesen und Dinge sind übrigens miteinander verbunden und nehmen in dieser heimlichen Übereinkunft eine Innigkeit, einen affektiven Wert an, den man überkommenerweise als ihre "Präsenz" bezeichnet. Was die Tiefe des Elternhauses auszeichnet, sein Erfülltsein mit Erinnerungen veranschaulicht, beruht offensichtlich auf dieser komplexen Struktur der Verinnerlichung, in welcher die Gegenstände vor unseren Augen eine symbolische Konfiguration annehmen, die man als das Zuhause bezeichnet. Die Zäsur zwischen Innen und Außen, ihre formelle Gegenüberstellung als Eigentum unter dem sozialen und als Familienimmanenz unter dem psychologischen Vorzeichen, macht aus diesem traditionellen Raum eine abgeschlossene Transzendenz. Hausgöttern gleich leben die Gegenstände hier, verkörpern die affektiven Bindungen in diesem Milieu, die ständige Anwesenheit der Gruppe, und umgeben sich mit einem milden Abglanz der Unsterblichkeit - bis eine neue Generation kommt und sie verbannt, in den Wind zerstreut oder sie bisweilen mit einer frischen Nostalgie nach altehrwürdigen Dingen aus der Vergessenheit zurückholt. Wie oft selbst Götter haben auch die Möbel gelegentlich die Chance eines wiederkehrenden Daseins, indem sie, ihrer alltäglichen Verpflichtungen enthoben, zu einer barocken Ausschmückung aufgewertet werden. Die Anordnung des Speise- und des Schlafzimmers, dieser beweglichen Struktur über dem starren Grundriß des Hauses, ist noch die gleiche, welche die Werbung einem breiten Publikum anpreist. Die Großkaufhäuser bestimmen immer noch für den Massengeschmack die Normen des "dekorativen" Ensembles, obwohl die Linienführung sich "stilisiert" und die Ausschmückung bereits ihre Anziehungskraft eingebüßt hat. Diese Einrichtungen finden nicht deshalb Abnehmer, weil sie preiswert sind, sondern weil sie das Merkzeichen der offiziellen Anerkennung der Gruppe und die Billigung der Bourgeoisie erhalten haben. Übrigens deuten diese Möbelungeheuer (Kredenz, Bett, Kasten) und ihre Kombinationen auf das Fortbestehen der traditionellen Familienstrukturen noch in breiten Schichten der modernen Gesellschaft hin.

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Format:Taschenbuch
Unter dem Originaltitel "Le système des objets" erschien das Werk bereits 1968. Inhalt des Buches sind eine Vielzahl von Einzelanalysen, die das Verhältnis von Mensch und Gegenstand untersuchen; generell kreist die Thematik um das Erzeugen, Gebrauchen, Verbrauchen und "Verpersönlichen" von Dingen. Inbegriffen darin sind detaillierte, fast mikroskopische Untersuchungen darüber, wie Dinge in sich und im Wechselspiel mit dem Menschen funktionieren (z.B.: "Stimmungswert Farbe", "Stimmungswert Material"). Häufig thematisiert wird die Veränderung der Bedeutung von Gegenständen im Verlauf der Zeit; ein Schwerpunkt ist der Vergleich zwischen vorindustriell und industriell gefertigten Dingen. Höhepunkte der Dingwelt wie Roboter, Autos und technische Gadgets sind Ausgangspunkt einer Konsum- bzw. Gesellschaftskritik des Autors. Trotz dieser spezifischen Kritik bleibt die Gesamtintention des Buches vage. Zu keiner Zeit geht es Baudrillard um eine globale Theorie der Dinge. Die Vielzahl der Einzelanalysen, die insgesamt stets das Verhältnis von Mensch und Ding thematisieren, bilden in sich eine Gesellschaftstheorie, die besagt, dass ein soziales Gefüge geprägt ist durch die von ihm erzeugten und genutzten Gegenstände. Allgemeiner gesagt: Baudrillard entwirft ein in sich geschlossenes System aus Gegenstand und Mensch, in welchem Entwicklung und Bestehen beider einander bedingen. Dieses System charakterisiert er als einen "posthistorischen Zustand, in dem das Begehren leerläuft ebenso wie die Systeme der Warenproduktion, der Kommunikation, der politischen Institutionen etc. gesättigt sind." Man bedenke, dass diese Einsicht fast 35 Jahre alt ist!
An Stil und Rhetorik des Buches erkennt man den Philosophen; es ist versehen mit einer Vielzahl philosophischer und soziologischer Fachtermini, die das Verständnis für den Laien erschweren. Vorkenntnisse in Soziologie, Psychoanalyse und Semiotik sollten vorhanden sein, um den Argumentationen Baudrillards folgen zu können. Erst ein genaueres Einlesen ermöglicht, die Gedankenfolge und Beweisführung des Autors zu verstehen; als kurzfristiges Kompendium zum themenspezifischen Nachschlagen ist das Buch somit nicht geeignet. Problematisch sind oftmals Ausgangsannahmen, welche als Basis für Beweisketten dienen, jedoch bereits in sich nicht nachvollzogen werden können (z.B.: "Der funktionelle Mensch ist von vornherein ein müder Mensch."). Konkreter und in pointierter Form dargelegt sind spezifische Analysen von Alltagsphänomenen, die meist universell und verständlich sind, jedoch in ihren Ergebnissen oftmals überraschen (z.B.: "Das schönste Haustier"). Insgesamt empfehlenswert und noch immer sehr aktuell.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Ding als Wunschmaschine 17. Juni 2008
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Die moderne Konsumgesellschaft liebt alles Spektakuläre. Sie sucht nach aufsehenerregenden Bildern, feiert rauschende Pseudofeste und huldigt allem, was käuflich und messbar ist. Kaltblütig blickt der französische Soziologe Jean Baudrillard dieser Scheinwelt ins Auge. Er findet einen Alltag vor, der sich in ein reines Zeichensystem verwandelt hat: Autos vermitteln Fahrspaß, Duschgels sexuelle Attraktivität, Sammlerstücke weltmännisches Prestige. Die Dinge funktionieren wie Wunschmaschinen, die Lüste wecken und befriedigen. Der Verbraucher konsumiert gierig die Traumbilder, die Design und Werbung entstehen lassen. Dumm nur, dass dieses Zeichensystem weder Fluchtwege offenlässt noch soziale Gerechtigkeit schafft. Sein einziges Interesse liegt in seiner Selbsterhaltung. Baudrillard verkörperte wie kein Zweiter das Epochengefühl der Postmoderne und dachte doch konsequent über seine Zeit hinaus. Seine scharfsinnige Analyse der Konsumgesellschaft hat über die Jahre nichts an Aktualität und Brisanz verloren.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessant! 5. September 2008
Von Monika
Format:Broschiert
Baudrillard fängt mit den Möbeln und Gegenständen, die uns umgeben an und analysiert die Form- Farb- und Handhabungssprache der Dinge. Schon das regt zum Nachdenken an, weil die Analysen teils so originell wie stimmig sind. Im weiteren Verlauf des Buches schließt er von der Veränderung der Dinge auf die Veränderung der Gesellschaft, ausgelöst durch die Wirtschaft. Sehr zu denken gaben mir die Überlegungen, inwieweit der zunehmende Individualismus, über den ja gerade heute viel geredet wird, dadurch geschaffen wird, dass der Wirtschaftswttbewerb zwangsläufig Unternehmen dazu drängt, sich voneinander zu differenzieren und so teils überflüssigen Mehrwert schaffen, um Kunden anzusprechen.

Dass die Gedanken des Buches, obwohl es ja schon nicht mehr das neuste ist, an Aktualität nicht eingebüßt haben, das schrieben ja schon meine Rezensionsvorgänger und ich stimme dem zu. Mir hat das Buch Lust auf mehr Baudrillard gemacht.
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