"Das Suchtbuch" ist das beste und übersichtlichste Buch, dass ich zur Drogenproblematik je gelesen habe. Man merkt schnell, dass Helmut Kuntz Praxiserfahrung als Drogenberater hat. Es gibt keinen erhobenen Zeigefinger, sondern lebensnahe Ratschläge und viele Anregungen zum eigenen Nachdenken. Kuntz schreibt einfühlsam und gibt Antworten auf sämtliche Fragen, die man zu dem umfangreichen Thema haben kann, z.B.: Wieso wird man überhaupt süchtig? Was spielt sich da im Gehirn ab? Wie kann man das "Suchtgedächtnis" überlisten? Auch nichtstoffliche Süchte werden kurz angerissen.
Flüssig lesbare Sachbücher zu verfassen ist eine ganz besondere Kunst. Ich habe das Buch verschlungen, als wäre es ein Thriller. Das Kapitel über die Pubertät und was sich dabei im Gehirn eines jungen Menschen abspielt, ist knapp, präzise formuliert und stellenweise absolut verblüffend.
Zugleich ist Das Suchtbuch ein hervorragendes Nachschlagewerk, in dem man schnell die wichtigsten Infos zu den gängigsten Drogen findet.
Was mir ebenfalls gefallen hat: Kuntz spricht verschiedene Zielgruppen ganz persönlich an, beispielsweise Jugendliche, die gerade anfangen zu rauchen und nicht ahnen, dass sie sich damit in eine Abhängigkeit begeben, die ihr ganzes Leben auf traurige Weise verändern und ihre Freiheit maßgeblich einschränken wird.
Ich finde, dieses Buch wäre es wert, im Schulunterricht besprochen zu werden.