Ein, wie ich finde, interessanter Beitrag zur Diskussion um um Massensterben allgemein und die Ereignisse der Zeitenwende Kreide - Tertiär im Speziellen. Mit Vincent Courtillot meldet sich hier ein Verfechter der Vulkanhypothese
zu Wort. Es liest sich fast wie ein Krimi, ja, irgendwie ähnelt sich wohl auch die Ausgangslage eines Detektivs und eines Geologen. Und es geht hier auch um Mord, sogar um Massenmord. Auffällige Einschnitte in die Welt des
Lebens könne im Laufe der Erdgeschichte immer wieder beobachtet werden. Das Aussterben der Dinosaurier ist nur eines (und ein kleiner Teil) von ihnen. Wer oder was hat sie umgebracht? Allgemein wird heute die Asteroidenhypothese als
Erklärung angenommen. Nach dieser schlug vor 65 Millionen Jahren ein großer Asteroid im Gebiet des heutigen Mexiko ein und löschte fast alle Lebewesen aus, die mehr als 10 kg wogen.
Courtillot sieht hier jedoch noch erheblichen Klärungsbedarf und plädiert (zumindest teilweise) auf Freispruch für den Asteroiden. Seiner Meinug nach haben gewaltige Vulkane im Bereich des heutigen Indien den Massenmord zu verantworten.
Ja, er geht sogar noch einen Schritt weiter. Er möchte belegen, das auch an den anderen "big five" Massenaussterben der jüngeren Erdgeschichte Vulkane federführend waren. Das gelingt ihm recht gut. Zumal ihn neuere Forschungen zum Alter des Chicxulub-Kraters
auch noch bestätigen. Seine angeführten Indizien sind bestechend und der Weg zu ihnen ein Lehrbuchbeispiel für den Wettstreit verschiedener Theorien in der Geologie. Wer also schon immer wissen wollte, wie Geologen die vergangenen Ereignisse auf unserem
Planeten erforschen und was die Saurier wirklich umgebracht hat, der wird um dieses hervorragend geschriebene Buch kaum herumkommen.