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Das Stalin-Epigramm
 
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Das Stalin-Epigramm [Gebundene Ausgabe]

Robert Littell
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Arche Verlag (1. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3716026220
  • ISBN-13: 978-3716026229
  • Originaltitel: The Stalin Epigram
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 233.529 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Robert Littell
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

1934 greift in Moskau ein verzweifelter Dichter zu seiner letzten Waffe: dem Wort

Dieses Buch ist ein Ereignis: Robert Littell, berühmt für seine Spionage- und Agententhriller, hat eine ungeheuerliche Geschichte niedergeschrieben, die auf einer persönlichen Begegnung beruht und ihn seit 30 Jahren verfolgt. Das Ergebnis ist ein atemberaubender Roman, der von einem verzweifelten Ringen erzählt, vom unerschütterlichen Glauben an die Macht des Wortes, von bedingungsloser Liebe, von Hoffnung und Verrat.

Moskau 1934: Stalins eiserne Hand hält ein ganzes Land im Würgegriff. Der Herrscher im Kreml treibt unbarmherzig die Kollektivierung voran, in deren Zuge Millionen von Bauern verhungern, während seine Schergen die Städte durchkämmen und willkürlich Regimegegner verhaften.
Ossip Mandelstam, einst ein berühmter und angesehner Dichter, ist in Ungnade gefallen und tritt in Moskau in Kaschemmen vor einer Handvoll Gästen auf, um dort seine Gedichte vorzutragen. Bei einem dieser Auftritte begegnen er und seine Frau Nadeschda der jungen, betörend schönen Theaterschauspielerin Zinaida. Es beginnt eine flammende Ménage-à-trois, die der Dichter und die beiden Frauen hinter geschlossenen Vorhängen und verriegelten Türen leben. Bis Ossip Mandelstam eines Abends Nadeschda und Zinaida zu sich ruft, um ihnen ein Gedicht vorzutragen, mit dem er das Volk aufrütteln will: Das Stalin-Epigramm. 16 Verse, von denen jeder einzelne den Tod bedeuten kann.

Über den Autor

Robert Littell gilt als Meister des amerikanischen Spionageromans. Sein Buch »Die kalte Legende« wurde von der Presse als »einer der besten Agententhriller, die je geschrieben wurden« bezeichnet, und steht ganz in der Tradition von John le Carré. Er erhielt dafür den Deutschen Krimipreis 2007 in der Kategorie »Internationale Krimis«. Bevor er sich dem Schreiben zuwandte, arbeitete der Autor als Newsweek-Korrespondent im Nahen Osten. Der Autor lebt heute in Frankreich.Werner Löcher-Lawrence, geb. 1956, studierte Journalismus, Literatur und Philosophie, arbeitete als wissenschaftlicher Assistent an der Universität München und als Lektor in verschiedenen Verlagen. Er ist Übersetzer.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von jury HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Robert Littells Vorfahren hatten Russland zur Zeit der Revolution verlassen. Er selbst lernte bei einer Moskaureise 1979 Nadeschda Mandelstam, die Witwe des im Stalin-Regime verfolgten Dichters Ossip Mandelstam kennen. 2009 entstand so aus seiner Beschäftigung mit deren Erinnerungen und der Dichtung Mandelstams der vorliegende Roman.

Die von wechselnden Protagonisten, darunter Stalins Leibwächter Wlasik, der Gewichtheber Schotman, die Dichterin Achmatowa, Pasternak, die Gattin Nadeschda, die Muse Zinaida und natürlich Ossip Mandelstam selbst, im Wechsel vorgetragene Erzählung setzt in den 1930er Jahren, der Zeit der Säuberungen unter Stalin, ein.

Es reitet Mandelstam, der zwar unbehelligt, aber wegen restriktiver Verbreitung seiner Arbeiten auch weitgehend unbeachtet in Moskau leben darf, ein Schmähgedicht auf Stalin (s.u.) zu verfassen. Ausgerechnet seiner Muse lässt er, der sonst sicherheitshalber alle Texte nur auswendig weitertragen will, die Schmähschrift von seiner Frau notieren, weil Zinaida Schwierigkeiten mit dem Auswendiglernen hat. Aber Zinaida hat auch Angst und gibt das Gedicht an die Geheimpolizei weiter.

Dank der Fürsprache seiner Freunde, vor allem aber des Iswestija - Chefredakteurs Nikolai Bucharin, kommt Mandelstam mit einer Verbannung nach Woronesch davon. Um Stalin zu versöhnen, schreibt er ein weiteres, positives Gedicht - aber der Schachzug misslingt: der Empfänger selbst erklärt ihm die unterschwelligen Beleidigungen, die in diese Arbeit eingeflossen sind.

Zur Frage der historischen Korrektheit kann ich nichts beitragen - allerdings sollte man jede Quelle mit einer gewissen Skepsis betrachten. Für die Darstellungen des Romans spricht, dass Littell mit den Erinnerungen der Nadeschda Jakowlewna Mandelstam die denkbar kompetenteste und vertrauenswürdigste Zeugin zur Verfügung stand, die im Übrigen auch wenig Anlass hatte, sexuelle Eskapaden zu erfinden.

Aber auch als meinetwegen gelegentlich fiktive Erzählung hat "Das Stalin Epigramm" einiges zu bieten. Der Roman liest sich flüssig und bleibt jederzeit spannend. Die erotischen Szenen empfinde ich eher als äußerst zurückhaltend denn als spekulativ. Das gleiche gilt für die Darstellung der Foltermethoden und der Situation in den sibirischen Arbeitslagern. Umso nachhaltiger ist die Wirkung der geschilderten Verhältnisse. Littell versteht es eindrucksvoll, in fein beobachteten Details die Bilder dieser grausamen Zeit vor Augen zu führen.

Soweit dies ohne die Heranziehung der russischen Originale möglich ist, wird der Leser auch unaufdringlich an die Lyrik der akmeistischen Dichter herangeführt. Wie Littell all dies zu verbinden weiß, wie flüssig die Erzählerwechsel die Handlung weiter führen, wie elegant er Wirklichkeit und Phantasie verwebt, erscheint schon meisterlich - insbesondere, wenn man gerade einen hoch gepriesenen Pamuk durchkauen "durfte", der sich mit ähnlichen Aufgaben und Stilmitteln erkennbar verhoben hat. ("Rot ist mein Name")

Historische Romane, schon gar über Lyriker, zählen normalerweise nicht gerade zu den Stoffen, die man atemlos durchliest. "Das Stalin Epigramm" stellt die gelungene Ausnahme dar, auch wenn manche Passagen wie die Schilderung des Gerichtsverfahrens gegen den Gewichtheber amerikanisch-kindliche Betrachtungsweisen anklingen lassen.

Sei's drum: "eindeutig lesenswert". Aber, versteht sich, mehr "Crichton" als "Solschenizyn".

Jury 4* A0322 18.10.2010e 9 A 9 F

Das Stalin Epigramm:

Wir Lebenden spüren den Boden nicht mehr,
Wir reden, dass uns auf zehn Schritt keiner hört,

Nur der Gebirgler im Kreml ist noch zu vernehmen.
Der Mörder und Bauernschlächter.

Seine Finger sind dick und, wie Würmer, so fett,
Und Zentnergewichte wiegts Wort, das er fällt,

Sein Schnauzbart lacht Fühler von Schaben,
Der Stiefelschaft glänzt so erhaben.

Schmalnackige Führerbrut geht bei ihm um,
Mit dienstbaren Halbmenschen spielt er herum,

Die pfeifen, miauen oder jammern.
Er allein schlägt den Takt mit dem Hammer.

Befehle zertrampeln mit Hufeisenschlag:
In den Leib, in die Stirn, in die Augen, - ins Grab.

Wie Himbeeren schmeckt ihm das Töten -
Und breit schwillt die Brust des Osseten.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Moskau am 13. Mai 1934, Mitternacht war es, "als wir jemanden an der Tür kratzen hörten". Wir: das waren der Dichter Ossip Emiljewitsch Mandelstam, seine Frau Nadeschda, die Dichterin Anna Achmatowa und der ehemalige Redakteur Sergei Petrowitsch als Judas. Und vor der Tür die Schergen der Tscheka.

Was war geschehen? Mandelstam, vom Regime geächtet, hatte ein "Epigramm gegen Stalin" gedichtet. Gegen den "Mörder und Bauernschlächter", "Wie Himbeeren schmeckt ihm das Töten" und seine "Befehle zertrampeln mit Hufeisenschlag: / In den Leib, in die Stirn, in die Augen, - ins Grab".

Robert Littell hat eine aufregende und letztlich auch bestürzende und erschütternde Roman-Biografie, konzentriert auf die letzten vier Lebensjahre Mandelstams, geschrieben. Er erzählt darin vom Leben und Leiden des großen russischen Dichters (1891-1938), dessen genialische Verse im stalinistischen Russland nicht gedruckt werden durften, der verfemt und verfolgt wurde. Als Gegenwehr blieb ihm nur das Wort, seine Dichtung - auswendig gelernt von seiner Frau, von der Dichterin und Freundin Anna Achmatowa und dem Freund und Dichter Boris Pasternak. Das Wort: Das war auch das berühmte "Stalin-Epigramm" mit den Eingangsversen: "Wir Lebenden spüren den Boden nicht mehr, / Wir reden, dass uns auf zehn Schritt keiner hört...".

Die Demaskierung des Diktators als Schlächter und Mörder mit den Mitteln des Gedichts zeitigte Wirkung. Erst einmal blieb es bei einer Verbannung nach Tscherdyn und Woronesch. Mit einer "Stalin-Ode", wenngleich eine Fortsetzung des Epigramms, versuchte Mandelstam noch zu retten, was nicht mehr zu retten war. Am Ende wurde er ein Opfer des stalinistischen Terrors - im Gulag in der Nähe von Wladiwostok. Mandelstam kam unter unvorstellbaren Verhältnissen in einem Arbeitslager.

Soweit die Fakten, ergänzt um Auskünfte, die Robert Littell in einer persönlichen Begegnung mit der Witwe Ossip Mandelstams 1979 erhalten hat. All dies hat er in eine romanhafte Erzählung über Leiden und Sterben umgesetzt, in ein vielstimmiges Zeugnis von realen Zeitgenossen wie Nadeschda Mandelstam, wie Anna Achmatowa, wie des Gewichthebers Schotman, wie Stalins Leibwächter Wlasik und Boris Pasternak. Sie alle erzählen aus ihrer Perspektive von den wirklichen Ereignissen, von der Willkür der Macht und den Mechanismen des Terrors. Aber auch von der Freiheit des Wortes und der Macht der Dichtung.

Und Mandelstam selbst: Da ist die Rede von einer persönlichen Begegnung mit Stalin (nicht nachgewiesen) und von furchtbaren Halluzinationen. In einem anderen Kapitel wird von - es klingt fast wie eine Parodie - von einer Konferenz berichtete, an der Gorki und Scholochow demutsvoll und unterwürfig Stalins Plänen der Zwangskollektivierung lauschen. Hier wie an anderer Stelle wird das System im wahrsten Sinne des Wortes demaskiert.

Ein großer, und ergreifender Roman, den der amerikanische Schriftsteller Robert Littell, er gilt als Meister des Spionageromans, geschrieben hat. "Das Stalin Epigramm" hat etwas von einer antiken Tragödie - in unsere Zeit übersetzt. Littell gelingt es, das Geschehen überzeugend darzustellen, das Umfeld plastisch zu beschreiben. Er hat der Versuchung widerstanden, Mandelstam zum Heiligen zu machen. Und so ist ihm eine wunderbare Hommage an den großen Ossip Mandelstam gelungen. Das alles macht das Buch groß.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Astrid L. TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
Robert Littell, der selbst russische Vorfahren hat, hat hier die wahre Geschichte des Ossip Mandelstamm in einer bewegenden Romanbiographie niedergeschrieben.

Im Moskau des Jahres 1934 lebt der russisch-jüdische Dichter Ossip Mandelstamm, früher sehr verehrt, doch jetzt in Ungnade gefallen mit seiner Frau in ärmlichen Verhältnissen. Seine Gedichte werden nicht mehr gedruckt und so muß er in billigen Kaschemmen vor wenigen Zuhörern seine Lyrik vortragen und um sein Überleben kämpfen, denn Geld und Lebensmittel sind knapp. Denn aus Ossip Mandelstamm ist ein Regimegegner geworden, seit er auf einer Reise durch das Land die Not und den Hunger der Bauern mit eigenen Augen gesehen hat; und wie kann ein Dichter sich anders ausdrücken, als über das geschriebene Wort und so schreibt er sein berühmtes "Stalin Epigramm". Ein Gedicht, das Stalin so zeigt wie er ist... War er bis dahin noch geduldet in Moskau, so wird er nun denunziert und verhaftet und in das berüchtigte Gefängnis Lubjanka gebracht, und doch ist damit sein Weg noch lange nicht zuende und nach schlimmster Folter und psychischen Grausamkeiten wird er in die Verbannung ins tiefste Russland geschickt. Denn Stalin will ihn nicht töten lassen, da er keinen Märtyrer aus ihm machen will, der in dem Lauf der Geschichte siegen könnte...

An diesem Buch wäre ich beinahe vorbeigegangen, denn Robert Littell ist mir als Thrillerautor ein Begriff und so hätte ich diesem Roman fast keine Aufmerksamkeit geschenkt, denn einen Thriller wollte ich im Moment nicht lesen.
So wäre mir allerdings ein sehr eindringliches und erschütterndes Buch entgangen, das die Zeit der politischen Säuberungen in Russland und die Schicksale der davon betroffenen Menschen unter dem Stalin Regime gnadenlos offen, aber auch sehr brutal aufzeigt. Denunziantentum beherrscht die Zeit, keiner traut mehr einem anderen, Geheimpolizei verhaftet wahllos und politische Gefangene nach dem Paragraphen 58 sind an der Tagesordnung. Geständnisse über politische Verschwörungen werden erzwungen unter den fadenscheinigsten Begründungen!

Der Autor zeigt anhand der Geschichte von Ossip Mandelstamm und seiner Frau Nadeschda, die er 1979 in Moskau kennengelernt hat, wie die Zeit damals war. Selbst Mandelstamm`s Freunde, wie Anna Achmatowa und Boris Pasternak haben unter Stalin`s Regime zu leiden und können ihrem Freund nicht helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu begeben.

Es ist kein leichtes Buch und Thema und doch bin ich froh es gelesen zu haben und so ein Zeitdokument über einen Teil von Russland`s dunkelster Geschichte miterlebt zu haben. Wer jemals etwas von Mandelstamm gelesen hat, der wird wissen, welch großartiger Dichter er war und was Russland an ihm verloren hat. Seinen Mut und seine Überzeugung waren einzigartig und durch seine Frau Nadeschda, die alle Gedichte auswendig lernen mußte, konnten sie für die Nachwelt bewahrt werden.
Robert Littell schreibt einfühlsam, ehrlich und sehr flüssig und läßt in jedem Kapitel einen Protagonisten aus seiner Sicht die Dinge erzählen. Die Freunde, die Ehefrau, die Geliebte und noch einige andere Personen kommen zu Wort um über Ossip Mandelstamm zu erzählen. Auch Mandelstamm selbst spricht und diese Abschnitte waren die eindruckvollsten für mich in diesem Buch.

Fazit: Wer einmal etwas anderes lesen möchte und sich vor ernsteren Themen nicht scheut,dem kann ich diese wahre Geschichte eines Lebens nur empfehlen.
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