Aus der Amazon.de-Redaktion
Stephen Wheatley ist ein etwas verträumter Junge, der während des Zweiten Weltkriegs in einer der neuen Vorstädte von London aufwächst. Sein bester Freund Keith stammt aus einer leicht sonderbaren, ausgesprochen strengen Familie. Zu allem Überfluss hält er seine Mutter für eine deutsche Spionin, und so setzen die beiden Jungen alles daran, sie zu entlarven. In ihrer Fantasie passen alle Indizien zueinander und bestätigen ihren Verdacht. Als Stephen im Alter zurückblickt, ist nur allzu deutlich, dass die beiden Jungen sich in einer Traumwelt verlieren. In der Gegenwart des jungen Stephen zerplatzt diese Traumwelt jedoch wie eine Seifenblase, als er herausfindet, was wirklich hinter den merkwürdigen Botengängen von Keiths Mutter steckt: ein Geheimnis, das er nicht zu enthüllen wagt und das seine Freundschaft mit Keith zunehmend belastet.
Das Spionagespiel schildert in klarer und gleichzeitig wunderbar poetischer Sprache ein Stück Mikrogeschichte, das weit mehr über die beschriebene Zeit aussagt als alle Jahreszahlen und Wochenschauen. Michael Frayn ist sich der Diskrepanz zwischen Erinnerung und wirklichem Geschehen durchaus bewusst und legt deshalb auch großen Wert auf Einzelheiten, welche die Zeit transzendieren: der Geschmack eines Getränks, die Angst in einer gefährlichen Situation. "Gespenstisch schön" nennt die New York Times Book Review dieses Buch. Dem kann man nur zustimmen.
Pressestimmen
"Inmitten einer unausgesprochenen Tragödie aus Liebe, Desertion und Einsamkeit inszeniert Michael Frayn hier ein zart taumelndes Drama. Frayns Spionagespiel ist Krimi, Kriegsgeschichte und Entwicklungsroman in einem. Es ist auch eine Reflexion über das, was wir über andere zu wissen meinen ... beeindruckend." Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.02.2004 "Ein spannender Roman vom Verlust der Unschuld, ein glanzvoller neuer Roman." Ulrich Greiner, Die Zeit, 12.02.2004 "Der Brite Michael Frayn überrascht mit einem faszinierenden Kriegskindheitsroman... Das Spiel das nun anhebt, überschreitet die haarrissfeine Grenze vom Imaginären zum Realen, vom Spielerischen zum Niewiedergutzumachenden... Frayns Roman wird zu einer hochdrammatischen Lebens- und Überlebensgeschichte, und Frayn entwickelt und inszeniert sie mit der gelassenen, unangestrengten Souveränität eines Meisterspieler... Seine Detaildichte hat den Glanz gekonnter Trompe-l'OEil-Malerei, sie gibt einem Schwindel erregend konstruierten Gedankenspiel den Schein handfester Lebenswirklichkeit." Urs Jenny, Der Spiegel, 05.04.04 "Beeindruckend, wie ökonomisch, unangestrengt und elegant Frayn seinen vielschichtigen Roman erzählt. Ein reifes Buch. Das Werk eines alten Meisters. Der Stern, 25.03.04 "Ein kluger, ja altersweiser, berührender und ungemein spannender Roman... Ungemein gelungen, dieser Zugriff auf die Welt eines etwa Zehnjährigen... Ein Entwicklungsroman und psychologischer Roman, dazu spannend wie ein Krimi. Und in jedem einzelnen dieser Genres ist es ein geglücktes Buch." Christoph Schröder, Literatur-Rundschau der Frankfurter Rundschau, 24.03.04 "Michael Frayn spinnt den Faden des Spiongespiels, das Ernst geworden ist, unaufdringlich und mit der sprachlichen Eleganz eines glanzvollen Meisters seines Fachs." Renate Dubach, Berner Zeitung, 27.02.2004