Bernhard Wickis Verfilmung von Joseph Roths Roman ist eine äußerst gelungene Interpretation eines alten Sujets: Dem Aufstieg eines skrupellosen Parvenüs aus dem Nichts, der auf seinem Weg bedenkenlos Freundschaft und Liebe opfert und über Leichen geht.
Die fiktive Geschichte ist im Deutschland der Weimarer Republik angesiedelt und nutzt die Atmosphäre der an ihren inneren Kämpfen zwischen Links und Rechts kollabierenden ersten deutschen Demokratie. so bleibt dann auch das gewohnte Ende aus: Der Aufsteiger kommt nicht duch die eigene Gewissenlosigkeit zu Fall, seine Karriere wird sich nach dem Ende der Republik fortsetzen, denn der Film endet mit der Machtübernahme Hitlers.
Der Film ist bis in die Nebenrollen herrvorragend besetzt. Überzeugend ist vor allem Armin Müller-Stahl als Oberhaupt eines Rechtsnationalen Geheimbundes. Ulrich Mühe verkörpert den skrupellosen Leutnant Lohse glaubwürdig, ebenso tut es K. M. Brandauer, der den Konterpart des Protagonisten gibt.
Obwohl der Film die Adaption eines historischen Romans ist, sollte er aber nicht als Dokumentation von tatsächlichen Begebenheiten verstanden werden, da er ausschließlich schwarz/weiß zeichnet und zudem einem Geschichtsbild verpflichtet ist, das ohne weiteres aus einem SED-Leitfaden stammen könnte. Die Figuren sind entweder monströse Unmenschen, oder edelmütige, wenn auch tragische Helden. Der komplizierten Geschichte der Weimarer Republik und ihrem unglücklichem Ende wird er dadurch nicht gerecht.