Wer dem Kindheitsalter entronnen ist, schwelgt schon bald von den früheren Zeiten, wie schön und so ganz anders alles war. Besonders die Spielerfahrungen Vieler sind es, die oftmals intensiv im Gedächtnis haften. Der tolle Waldspielplatz, die öde Sandkiste, der morsche Kletterbaum, der steinige Bolzplatz, die holprige Straße, die dunkle Unterführung unzählige Spielorte. Oftmals taucht die Erinnerung auch deswegen auf, weil man den Verlust ebensolcher Spielorte feststellt. Spielplätze veröden und werden nur noch als Hundeklo und Aggressionsabbaufläche missbraucht, Spielräume werden eingeschränkt, aus Sicherheitsgründen eingezäunt, zugemauert oder auch mal platt gemacht oder verbaut.
Das Spielplatzbuch ermutigt zu einer kreativen Neubewertung von Spielräumen und flächen. Es regt an, Spielplätze eher im Sinne von Platz zum Spielen zu gestalten. Natürliche Gegebenheiten sind sicher am besten für die Entwicklung und Entfaltung persönlichkeitsgestärkter, gesunder und aktiver Mädchen und Jungen geeignet. Hier gilt es oft, die eigenen Ängste vor Verletzungen oder Schäden zu reduzieren oder zu überwinden und die unendlichen Möglichkeiten und Chancen für die Lebensbewältigung und Kreativität der Kinder in den Vordergrund zu stellen.
Der Autor ist ein Spielender geblieben, der allerdings heute mehr als Vermittler, Erdenker, Gestalter und Ermöglicher von Spielideen, -flächen und räumen in Erscheinung tritt. Er zeigt in dem reich bebilderten Buch mit seinen bunten, kreativen, anregenden Konzepten, wie sich nicht nur in der Natur, am Waldrand oder auf dem Dorf sondern auch in städtischer Umgebung das schaffen lässt, was Kinder heute mehr denn je benötigen: Bewegungs-, Spiel- und Lebensraum. Also: ansehen, anregen lassen, weiter tragen, nachmachen.