Das Spielmannslied - ein Buch über drei, die mehr oder weniger freiwillig auszogen, um, ja, um was denn? Die Küchenmagd, die lieber eine Heldin wäre, der junge Adelsspross, der mit einer großen Romanze in die Geschichte eingehen will, und der Spielmann, der so gerne Geschichten erzählte, hätte er das Selbstbewusstsein dazu und der wohl lieber alles andere täte, als gezwungenermaßen in das Unbekannte zu ziehen. Drei wundervolle Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und doch schafft es die Autorin scheinbar mit Leichtigkeit, ihren Protagonisten derart viel Tiefe und Autenzität zu geben, dass der Leser sich in jedem der drei auf gewissen Art und Weise wiederfindet. Mit sehr viel Witz, Charme und einem Funken Melancholie führt Wolfram, der Spielmann, durch die Geschichte. Auch wenn sich die Welt im gängigen Fantasyrahmen bewegt, sucht man die Klischees vergeblich. Dafür findet man Personen mit Charakter. Und ganz gleichgültig, ob man sich dann doch ein bisschen mehr zu dem sensiblen Spielmann, der rauhbeinigen Ex-Küchenmagd oder dem manchmal sehr schnöseligen Sindri hingezogen fühlt, sie alle faszinieren und gewinnen die Herzen der Leser dadurch, dass sie reell wirken. Die Protagonisten sind kein Kunstprodukt sondern bestechen mit "Echtheit". Durch den eigenen, ganz wunderbaren Schreibstil überzeugt die Autorin auf ganzer Ebene. Der Roman ist leicht zu lesen, ohne deshalb oberflächlich oder flach zu sein. Und es macht einfach nur Spaß, sich von Susanne und ihren drei Protagonisten in diese ganz besondere Welt entführen zu lassen. Ein Muss für jeden Fantasy-Fan.