Ein gutes Brettspiel vermag eine „innere Bewegung" auszulösen, so wie es auch ein gutes Buch, ein spannender Film oder eine bewegende Theateraufführung vermag. Woher nun Brettspiele kommen, welchen geschichtlichen Entstehungsweg sie genommen und was für famose Unterschiedlichkeit und Erscheinungsformen sie aufweisen, findet sich in dem für mich unerreicht schön gestalteten „Spiele-Buch" von Erwin Glonegger. Er kann mit Fug und Recht als der „Nestor der deutschen Spieleszene" bezeichnet werden, hat er doch maßgeblich die Verbreitung des Brettspiels in Deutschland und den angrenzenden Ländern verlegerisch vorangetrieben und gefördert. Er besitzt ausreichend spielerische Erfahrung und verfügt über den entsprechenden Sachverstand.
Das von dem fränkischen "Top"-Grafiker Johann Rüttinger völlig neu überarbeitete und ergänzte Buch löst von der ersten Seite an Begeisterung aus und fordert aufgrund der herrlichen, mit ungezählten Fotos und Grafiken versehenen Ausstattung fast zwangsläufig zu wiederholtem Blättern und Lesen auf. Kaum ein Sachbuch wird so leicht Wiederholungsleserinnen und -leser erzeugen. so werden "Klassiker" gemacht.
Uli Geißler, Spiel- und Kulturpädagoge, 10. Januar 2000