Es tut mir leid, aber ich kann die Begeisterung meiner Mit-Rezensenten nicht teilen, und schon gar nicht, wenn es um die Hörbuchausgabe geht.
Was anscheinend von anderen als Spannung wahrgenommen wird, wirkt auf mich wie eine durch langatmige und platte Dialoge zwischen unintelligenten Charakteren künstlich verzögerte Auflösung eines Falles, bei dem der Autor das Brisanz-Potential der zwei Grundthemen - einerseits Wetten auf Gesetzgebung und andererseits revolutionäre Technologie in falschen Händen - völlig verschenkt hat. Was hätte man daraus machen können!
Statt dessen muss man sich anhören, wie eindimensionale Charaktere (der böse Bube heißt "Janus" - grandiose Idee, wenn sie nicht schon in zweihundert anderen Thrillern ausgewalzt worden wäre) durch eine unglaubwürdig zusammengeschusterte Handlung stolpern. Einzig die Beschreibung des Capitols in seinen Einzelheiten ist gelungen. Dafür der eine Stern.
Das Schlimmste aber: Man muss 13 Stunden lang einem Vorleser mit einer einschläfernden Stimme zuhören, nur um am Ende bestätigt zu bekommen, dass man mit allem, was einem im Laufe der Handlung aufgegangen ist, Recht hatte. Keinerlei überraschende Wendung am Ende, auf die ich angesichts der begeisterten Rezensionen fest gezählt hatte. Ich war zwischendrin immer versucht, zum Epilog vorzuspringen, weil die Dialoge so genervt haben, hatte aber Angst, den Kick des Romans zu verpassen. Ich hätte vorspringen sollen, es hätte mir Zeit gespart.
Dieses Hörbuch ist eine einzige Enttäuschung.