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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ich bin beeindruckt!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Spiel der Nachtigall: Roman (Gebundene Ausgabe)
Spannung über fast 1000 Seiten, ohne irgendeinen Abbruch, das habe ich ganz selten erlebt. Was für ein großer Wurf. Allein die Hauptperson, Walther von der Vogelweide, wäre allein Grund gewesen dieses Buch auszuwählen. Die weibliche Inspiration für seine Liebesgedichte, auch wenn ich vorher von ihr noch nie gehört habe - was das Nachwort erklärt, stand ihm um nichts nach. Ich werde gleich wieder von vorne anfangen.Dieser Roman führt nicht zu irgendwelchen unbekannten Grafen einer Provinz sondern zum Who is Who seiner Zeit, als Deutsche Kaiser große Teile der damals bekannten Welt beherrschten. Es führt so von Herzögen zu Königen, zu Kaisern, zum Papst, ohne einen Moment zum Geschichtsunterricht zu werden, vielleicht auch, weil er trotz dieser handelnden Mächtigen, die Schicksale von Menschen aus dem Volk im Mittelpunkt hat und mitten unter ihnen, Walther und Judith. Nie vorher habe ich so gekonnt von den politischen, sozialen, religiösen Konflikten einer Epoche in einem Roman gelesen, so viele Anspielungen auf die Verhältnisse der Gegenwart gefunden, wie beim Spiel der Nachtigall". Was für ein Revolutionär dieser Walther war, erkennbar durch eingefügte kurze Gedichte, was sein Leben über Jahrzehnte zu einer Gratwanderung gemacht haben muss, ist schon beachtlich. Dass eine Frau damals schon studieren und Ärztin sein konnte, was für mein vorheriges Wissen bisher Jahrhunderte später begann, hat mich ebenfalls fasziniert und seine Judith zu meiner Lieblingsfigur gemacht, obwohl sie mit Irene und Beatrix durchaus Konkurrenz hatte. Was für ein Paar, was für eine toll in die Handlung eingefügte Liebesgeschichte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Buch macht Mut!,
Von Moni "Bonsai" (Gundelsheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das Spiel der Nachtigall: Roman (Gebundene Ausgabe)
Tanja Kinkel beweist im Spiel der Nachtigall", das beeindruckende Heldinnen keine "femme fatal" sein müssen, oder verleugnete Töchter von prominenten Zeitgenossen die durch ihr Schicksal entweder zu Kampfmaschinen, aufopferungsvollen Geliebten, oder Mata Haris werden; das wirkliche Helden nicht automatisch muskelbepackt und vor Kraft kaum noch gehen können, sondern, dass es heute wie in der Vergangenheit immer auf den Glauben an sich ankommt, den Willen, unbefriedigende Zustände zu verändern, um gestärkt aus einer noch so verfahrenden Situation herauszukommen. Wer sich vergegenwärtigt, dass die Handlungsweisen von Walther damals lebensgefährlich waren, seine Kritik an Adel, Kirche und Papst jeden Muskelmann" garantiert sehr früh das Leben gekostet hätte, lernt viel über die Macht des eigenen Willens aus dem Buch und man wünscht sich, heutzutage einen neuen Walther zu haben der den Mächtigen in ähnlicher Form einen Spiegel vorhält, ohne wegen der eigene Karriere, oder aus Rücksicht auf die Familie, bei noch so großen Vergehen um den Machterhalt, Samthandschuhe anzieht, anstatt Zähne zu zeigen. Für mich ist so Walther von der Vogelweide durch seine Werke, durch dieses Buch, welches aus seinen Werken nachvollziehbar solche Handlungen belegt, der erste ehrliche Journalist der Zeitgeschichte; ( analog zu Bernstein und Woodward, die auch den mächtigsten Präsidenten unserer freien Welt wegen dessen Fehlverhalten zu Fall brachten). Was das Buch aber einzigartig macht ist der Kunstgriff, ihm eine gleichwertige Gefährtin zur Seite zu stellen, um so die Ereignisse dieser Zeit auch aus der Perspektive einer Frau und einer Minderheit darzustellen, denn sie ins Jüdin.Wer in diesem Buch dadurch reinen Geschichtsunterricht erwartet, wird enttäuscht. Fakten, Fakten, Fakten erhält der Leser, wenn überhaupt, in Handlung verkleidet. Nie gibt es Vermutungen über das, was Geschichtsforscher glauben zu wissen. (Zwei haben mindestens drei unterschiedliche Meinungen). Dagegen klare Aussagen über das, was damals sicher war, wie vieles über das pralle und das bedrückende Leben auf dem Land, den Städten und den Burgen. So wird wahrlich alles Notwendige aus dieser Zeit um 1200, auf über 900 Seiten erzählt. Erzählt aber durch die Lebens- und Liebesgeschichte von Walther und Judith, ihren Begegnungen mit den Mächtigen ihrer Zeit, deren Stärken und Schwächen wie die des Systems, in der Verflechtung von Kirche und Staat. Alles ist eingebunden in ein Umfeld, dass stark an die Jetztzeit erinnert, wo wieder Länderchefs unter Einsatz von Wirtschaftsmacht versuchen die Weichen in Europa allein nach ihrem Verständnis des eigenen Überlebens zu stellen, und erneut Supermänner" von außen immer die Lösungen der Anderen kennen, ihre eigenen Probleme aber nicht unter Kontrolle bringen. Walther komm zurück, kann man da nur sagen! PS: Bei allem was hier über Walter vermittelt wird, es ist keine Biographie: Es ist ein Roman, der seinen Inhalt über Walthers Werke findet, aber dadurch ein unglaublich unterhaltender Ausflug in eine Zeit und zu Menschen, die Geschichte schrieben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Warum dieses Buch?,
Rezension bezieht sich auf: Das Spiel der Nachtigall: Roman (Gebundene Ausgabe)
Zugegeben, ich bin ein Tanja Kinkel Anhänger. Warum? Keine mir bekannte aktive Autorin schreibt so überzeugend Bücher aus der Geschichte von drei Jahrtausenden. Was sie jetzt vorgelegt hat: Manchmal scheint die Quadratur des Kreises doch möglich. Diesen Eindruck gewinnt man jedenfalls bei diesem Buch. Dass der Kreis eine kleine Delle hat, ich hätte jederzeit weiterlesen mögen, ändert daran nichts. Warum ich das so sehe?1. Es ist ein wunderbar deutsches Thema, als staufische Kaiser Europa dominierten. 2. Menschen aus dem Volk sind die Protagonisten, aber sie bewegen sich zwischen den bedeutendsten Persönlichkeiten ihrer Zeit, Bischöfen, Herzögen, Königen, ja Kaisern und dem Papst mit Aufgaben, die ihnen Ehre - aber auch täglich den Tod hätte bringen können. 3. Eine glaubhaft geschilderte emanzipierte Frau, in jener Zeit fast nicht darstellbar, begegnet dem Helden immer auf Augenhöhe. 4. Durch das ganze Buch zieht sich eine so ungewöhnliche, zärtliche, gewaltige, dornige Liebesgeschichte, dass man kaum sagen kann, war Scarlett O'Hara mit Rhett oder Jenny Cavalleri und Oliver das Vorbild, oder wird es Judith und Walther sein, an denen sich ab jetzt die Paare messen lassen müssen. 5. Auch nach mehr als achthundert Seiten, die gefühlte Spannung, der Wunsch die Bilder lebendig auf sich einwirken zu lassen, geht nie verloren Da es bisher noch keine Zusammenfassung gibt, hier ein Versuch, dem Inhalt gerecht zu werden. Walther, Sohn eines Beamten, der sich als Sprössling eines Ritters (von der Vogelweide) ausgibt, kommt an den Wiener Hof um dort, von einem der damals größten Minnesänger, die Kunst des Dichtens zu lernen. Die Auseinandersetzungen mit diesem, die Hintergründe warum Walther der über Jahrhunderte gehenden Tradition des Minnesangs nicht folgen will, führen in das Buch und in die Zeit. Einer seiner Beweggründe, als erster seiner Zunft nur die gegenseitige Liebe als erstrebenswert zu sehen, hatte auch einen Namen, Judith. Tochter eines jüdischen Arztes aus Köln, auf dem Weg nach Salerno, wo es damals für Frauen, als einzigem Platz in Europa, schon möglich war zu studieren. Sie muss es gewesen sein, die Spuren hinterlassen hat welche in seinen Dichtungen unübersehbar wurden. Größer hätte die Kluft aber zwischen den Beiden damals nicht sein können. Würde heute eine Tochter von Obama einen Sohn von George W. Bush heiraten, wäre das eine Nebensächlichkeit dagegen. Mit der Ermordung von Wiener Juden, Verwandten von Judith, beginnt nun ein Akt von Schuld und Sühne, wie er mir vorher nie begegnet ist. Er macht sie zeitweilig zu Freunden, Feinden, einem Liebespaar und zu Menschen, die sich gegenseitig die Pest an den Hals wünschen. Beide werden verstrickt in den Kampf der Welfen mit den Staufern um die Macht im Deutschen Kaiserreich, um die deutsche Krone; wie in die Ermordung des ersten Königs in unserem Land. Was sie erleben, das mutet manchmal sehr modern an; das Spiel der deutschen Fürsten um die Macht im Land, ihr Geschachere um Zugeständnisse, Wahlkampfversprechungen und Bestechlichkeit. Es war auch die Zeit, wo die Kirche, wo ein Papst sich als der wahre Herrscher über alle Christlichen Länder sah, nicht Könige, nicht Kaiser. Wer nun aber Geschichtsunterricht erwartet, wird angenehm überrascht. Alles Wichtige aus dieser Zeit erfahren wir durch das persönliche Schicksal von Walther und Judith, von ihren Aufgaben, ihren Beweggründen, ihren ganz persönlichen Erlebnissen, nicht durch den gehobenen Zeigefinger eines Autors, der perfekt recherchiert hat. Niemals taucht der Eindruck auf, dass nur etwas geschildert wurde um Wissen weiterzugeben. So sind es auch immer die Menschen, die neben Judith und Walther noch beeindrucken; Domherrn in ihrem Kampf um Pfründe, ein Kaufmann, welcher der Kirche wie dem Adel nicht mehr allein die Wahl des nächsten Königs überlassen möchte, eine Frau, die erstmals in dieser Zeit voller Veränderungen ein Hurenhaus führen darf und versucht zu begründen, warum es besser sei, dabei bezahlt zu werden, anstatt sich von Familienangehörigen oder irgendwelchen Mächtigen regelmäßig ohne Belohnung vergewaltigen zu lassen. Dieses Buch ist im positiven Sinn wie ein guter Film. Was man liest entsteht vor den Augen und man fühlt, ja so war es, so muss es gewesen sein. Wie sich dabei ein allen Fürsten eigentlich unbequemer Dichter unverzichtbar macht, ja sein Lehen bekommt, ohne je ein Schwert in die Hand zu nehmen, und ob die Liebe zwischen zwei ebenbürtigen Charakteren überhaupt möglich ist, zum Ende hin eine Chance erhält, das möchte ich nicht verraten. Ich kann nur empfehlen, lesen, genießen, freuen, denn es lässt sich mit keinem anderen Buch vergleichen Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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