Das Buch ist an vielen Stellen sehr weitschweifig formuliert. Den meisten Abschnitten fehlt es an einer klaren Aussage oder wenigstens einer Zusammenfassung der erzielten Ergebnisse.
Die verschiedenen Spiele werden zum Teil sehr ausführlich dargestellt, ohne dass dabei ausreichend herausgestellt wird, was sie genau demonstrieren sollen. Dies machte die Lektüre ausgesprochen ermüdend.
Mitunter schienen mir manche Aussagen auch problematisch zu sein. Beispielsweise behaupten die beiden Autoren, dass die natürliche Selektion experimentell bewiesen worden wäre. Andere Autoren stellen demgegenüber klar, dass die dabei verwendeten Populationen über einen integrierten Automatismus zur Selbstreproduktion verfügen. Davon kann aber in der Natur nicht generell ausgegangen werden, bei höheren Tierarten wie dem Menschen sowieso nicht.
Das Buch ist unter anderem eine Auseinandersetzung mit den Thesen Jacques Monods, der in
Zufall und Notwendigkeit. Philosophische Fragen der modernen Biologie. die Menschheit als reines Zufallsprodukt in der Weite des Universums sah. Diese Teile sind durchaus lesenswert. Angenehm ist auch, dass sich Eigen und Winkler auf keine religiösen Auseinandersetzungen einlassen, sondern davon ausgehen, dass die Gott- und Glaubensfrage von den Naturwissenschaften nicht entschieden werden kann.
Schließlich äußern sich die Autoren zu allerlei gesellschaftlichen Problemen, z. B. der zukünftigen Energieversorgung. Hier erfolgt ein klares Plädoyer für den Ausbau der Kernenergie und Investitionen in die Kernfusionstechnik. Da sie sich in ihrem Buch generell mit Wachstumsproblematiken auseinandersetzen, folgen noch diverse Überlegungen zu den Grenzen des Wachstums. Dabei erkennen die Autoren sehr richtig, dass das wichtigste globale Problem überhaupt die "Populationskontrolle" ist und schreiben: "Sie enthält den Schlüssel zur Lösung all der anderen Probleme. Das sollten wir klar erkennen."
Interessanterweise hat Mersch in
Evolution, Zivilisation und Verschwendung: Über den Ursprung von Allem und in einigen seiner anderen Büchern ein funktionables Modell für eine "Populationskontrolle", die nicht in Persönlichkeitsrechte eingreift, vorgestellt. Allerdings funktioniert dies nur in gleichberechtigten, nicht aber patriarchalischen Gesellschaften. Da die meisten Gesellschaften noch patriarchalisch organisiert sind, könnte es somit zurzeit nicht überall implementiert werden.