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Das Spiel im Geschichtsunterricht
Format: TaschenbuchÄndern
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am 27. Januar 2005
Spiele sind im Geschichtsunterricht eine seltene Lernpraxis. Dies mag daran liegen, dass Lehrernde Geschichte mitunter immer noch als Lernfach im klassischen Sinne verstehen und Lernende Geschichtsunterricht als etwas empfinden, was mit ihrer konkreten Lebenswelt nichts zu tun hat. Nun wissen wir seit geraumr Zeit aus der Pädagogischen Psychologie und zudem aus dem geschichtsdidaktischen Diskurs seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, dass Spiele(n) und Lernen keine Gegensätze darstellen müssen, sondern vielfach vereinbar und einander auch bedingen können. Gleichwohl sind Spiele im Geschichtsunterricht umstritten, wie Peter Schulz-Hageleit bereits 1991 in Geschichte Lernen festgestellt hat. Spiele haben entwicklungspsychologisch und motivational ihren Sinn. Dennoch darf dies nicht dazu führen Spiele (insbes. PC-Spiele und vgl.bare Software) auf ihre destruktiven Inhalte und Ziele zu überpreüfen.
Markus Bernhardt hat den geschichtsdidaktischen Diskurs um einen wertvollen Beitrag zur Rolle von Spielen im Geschichtsunterricht bereichert. Der Autor geht in diesem Band auf die Grundlagen des Spielens in seiner didaktischen, pädagogischen, biologischen und anthropologischen Dimension ein. Hierbei verliert sich Bernhardt nicht in rein theoretischen Aspekten des Themas, sondern öffnet den Geschichtsunterricht explizit für die verschiedensten Spielformen (Planspiel, Rollenspiel etc.). Diese reichert er mit konkreten Unterrichtsbeispielen an. Zu ergänzen sind gleichwohl aus dem Schulalltag: Tisch-, Brettspiele, das beliebte Geschichtsquiz, aber auch historische Simulationen oder Stadterkundungen und Puzzle. Ergänzt werden Markus Bernhardts Ausführungen durch einen Beitrag von Ulrich Jungbluth zu "Kommerziellen Spielen". Insgesamt ein sehr lobenswerter Beitrag zum geschichtsdidaktischen Diskurs. Geschichte und historisches Denken ist nie leichtfertig. Deshalb sollte aber der Geschichtsunterricht spielerische Kreativität nicht ausgrenzen und das Thema "Spiele(n) im Geschichtsunterricht im Hinblick auf das Lernpotential definieren. Letztlich hat mir Bernhardts Buch ausgesprochen gut gefallen.
Alt Querverweis würde ich noch Gerhard Schneiders Buch "Gelungene Einstiege" nennen, denn auch spielerische Einstiege zu historischen Themen und Inhalte sind denkbar. Zum Bereich "Computerspiele" wäre Waldemar Groschs Band und in Teilbereichen V. Oswalts "Multimediale Programme" zu nennen. (Die beiden letztgenannten Bände habe ich jedoch nicht gelesen.)
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