Produktinformation
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In diesem Jahr fallen einige Veränderungen ins Auge: Das Format ist etwas größer geworden und ein Großteil der Beiträge dreht sich um ein übergreifendes Thema, "Science Fiction und Religion". Dabei halten sich wirklich informative Artikel mit erschreckend kenntnislosen Texten die Waage. Alexander Seibolds politische Analyse "Der nächtliche Flug auf dem Buraq nach Jerusalem" beispielsweise setzt sich mit den Gerüchten auseinander, zwischen Isaac Asimovs Foundation-Trilogie und dem Gedankengut des Bin-Laden-Klans bestünde ein Zusammenhang, und liest sich dabei ausgesprochen spannend. Der Übersichtsartikel über religiöse Themen in der fantastischen Literatur von Linus Hauser dagegen strotzt nur so vor Detailfehlern und ist geradezu typisch für die oberflächliche Beschäftigung eines Akademikers mit dem Genre.
Höhepunkte des Bandes sind unter anderem Uwe Neuholds Darstellung der Entwicklung künstlicher Intelligenz, in der tatsächliche Wissenschaft neben Literatur, Film, Fernsehen und sogar Theater gestellt wird; sowie ein weiteres Kapitel aus The Dreams Our Stuff is Made of von Thomas M. Disch, in dem sich dieser respektlos mit "unserem peinlichen Vorfahr Edgar Allan Poe" beschäftigt.
Erneut muss dem Verlag zu dem Mut gratuliert werden, auch in konjunkturell schwierigen Zeiten an dem Projekt eines jährlichen Genreüberblicks festgehalten zu haben. Denn auch wenn mit dem Alien Contact Jahrbuch ein weiteres Sammelwerk zur Science Fiction angetreten ist, bleibt das Heyne Science Fiction Jahr der Standard, an dem sich die Konkurrenz wird messen lassen müssen. --Hannes Riffel
Highlights sind Artikel zur Künstlichen Intelligenz im SF-Film, zu Autoren wie Edgar Allan Poe und Philip K. Dick und zur Wiederbelebung der DDR in Alternativweltgeschichten. Die Interviews u.a. mit William Gibson sind lesenswert.
Einzig das (neu eingeführte) Schwerpunktthema "SF und Religion" dürfte für einige Leser etwas enttäuschend sein: einige der teilweise sehr langen Aufsätze, die sich mit dem Motiv der "Himmelreise" in der SF oder dem Film "2001 - Odyssee im Weltraum" beschäftigen, sind zwar materialreich, weisen aber selbst theologische "Obertöne" auf. Womöglich wäre ein anderes Schwerpunktthema wie "SF und Wissenschaft" auch interessanter und vielversprechender gewesen.
Abgesehen davon bilden natürlich auch die streitbaren Texte Stoff für die Auseinandersetzung in einem Genre, das, wie die beiden Herausgeber im Vorwort schreiben, trotz seines großen massenmedialen Erfolges "dramatisch unreflektiert" bleibt. Ein Muss für jeden ernsthaft an der SF Interessierten!
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