Wer die historischen Romane von Gisbert Haefs mag, dürfte auch diesmal nicht enttäuscht sein. Seine Helden aus dem Roman "Hamilkars Garten", Bomilkar, der Karthager, und Titus Laetilius, der Römer, decken einen Mord, der in Verbindung mit einer Verschwörung gegen die Stadt Karthago steht, auf. Um dies zu tun, müssen sie den kompletten Mittelmeerraum durchqueren und treffen dabei sowohl auf historisch verbürgte als auch fiktive Figuren. Neben der Klärung des Falls gewinnt der Roman seine Würze durch die zahlreichen Wortspielereien, vor allem zwischen den beiden "Freundfeinden" sowie Bomilkar und seiner Lebensgefährtin.
Etwas dick aufgetragen sind die Anspielungen auf die Arbeit der diversen Geheimdienste, die fast modernen Charakter haben. Außerdem stört, dass vieles mal wieder auf den schon aus "Hannibal" und dem oben erwähnten Roman bekannten Superfiesling Hanno als Urheber/Mitwisser der Verschwörung deutet, ohne dass Bomilkar ihm etwas beweisen könnte. So ist wohl davion auszugehen, dass eine Fortsetzung folgt.
Denjenigen, die "Hamilkars Garten" noch nicht kennen, empfehle ich, diesen Roman zuerst zu lesen, um sich mit dem Personeninventar vertraut zu machen. Die Kenntnis von Flauberts "Salammbo" könnte zudem hilfreich sein.