Terry Brooks Roman „Das Schwert von Shannara" handelt, wie häufig in diesem Genre, von einem jungen Mann, dessen Schicksal es ist, die Welt vor dem Bösen zu bewahren. Der Name des Protagonisten ist Shea, seines Zeichens Halbelf und helfende Hand im Gasthaus seines Onkels Curzad Ohmsford. Sein beschauliches, zurückgezogenes Leben, ganz im Geiste des „Epikureischen Gartens", wird harsch gestört, als der mysteriöse Historiker Allanon auftaucht und Shea seine wahre Bestimmung offenbart...
Für Leser mit einem ausgeprägtem Hang zur Fantasyliteratur, bietet dieses Buch einen hohen Wiedererkennungswert, kommt einem doch alles irgendwie vertraut vor. Angefangen bei den Hauptpersonen, zeigt auch die Handlung eindeutige parallelen zu Tolkiens' Meisterwerk „Der Herr der Ringe". Eigentlich ist das nicht allzu verwunderlich, ist doch der Erstdruck auf 1977 datiert. Damals war der Zweig der „phantastischen" Trivialliteratur doch gerade erst den Kinderschuhen entwachsen und noch immer im Schatten der Geschichte über den einen Ring. Es spricht für sich, dass der Shannara-Zyklus noch heute in der X-ten Auflage zu kaufen ist, den auch auf dem Büchermarkt herrscht ein Konkurrenzdruck frei nach Darwins „Survival of the fittest".
Für (fast) jede Hauptfigur gibt es einen tolkinschen Widerpart. Shea in seiner begrenzten Talbewohnermentalität erinnert stark an Frodo, Allanon an eine finsterere Ausgabe von Gandalf, Flick an Sam usw.. Dies ist aber keine Herabwürdigung, gilt doch der Grundsatz: „Besser gekonnt abgeschaut, als schlecht selbstgemacht".
Mir persönlich hat der Auftakt zu der Shannara-Reihe gefallen, wenn es auch nicht das Zeug zu einem 5-Sterne-Opus hat. Die deutsche Übersetzung von Tony Westermayr (von 78'!!) ist in Wortwahl und Satzstellung einfach besser und näher am Geist der Geschichte , als vieles, was gegenwärtig auf den Markt geworfen wird.
Lediglich die Geschwindigkeit, mit der sich die Ereignisse manchmal überschlagen, um die Geschichte mit Siebenmeilenstiefeln voranzutreiben, hat mich stellenweise gestört.