Das Schwarze Manifest / Frederick Forsyth
Russland im Jahre 1999, ein ebenso schwacher, wie toter Präsident heizt den Machtkampf noch mehr an, der sich an den baldigen Präsidentschaftswahlen entzündet hat. Die 3 Machtgruppen der Kommunisten, der Demokraten und der Rechtsextremen sind stark zerstritten. Die einzige der 3 Gruppen, welche sich finanziell unterstützt durch das Organisierte Verbrechen im Wahlkampf aufgrund von gewaltigen Propagandamitteln in der Öffentlichkeit präsentieren kann, ist die des Rechtsextremen Igor Komarow. Es scheint nichts gegen ihn zu sprechen, ausser vielleicht seine stark nationalistische Haltung. Aber alles ändert sich, als einer Angestellten der Britischen Botschaft eine Mappe mit einem Dokument zugeworfen wird. Das Dokument weckt die Abteilung des Britischen Geheimdienst in Moskau aus dem Dornröschenschlaf, welcher sich dort nach dem Zusammenbruch des Kommunimus über die weiten Ebenen Russlands ausgebreitet hat. Nicht nur der Ueberbringungsweg, sondern auch der Inhalt ist geheimnisvoll und erschreckend. Das Dokument stammt aus der Feder von Komarow und propagiert so ganz nebenbei, dass nach der Machtergreifung ethnische und religiöse Minderheiten ausgelöscht werden sollen, wie z.B. Tschetschenen oder andere kaukasische Völker. Im diesem Moment beginnt die eigentliche Haupthandlung und es wird eine wohl fiktive, aber sehr realitätsnahe Geschichte erzählt. Vor allem das grosse und genaue Hintergrundwissen, welches die Welt der Geheimdienste betrifft, wird dem Leser durch den Autor gut näher gebracht. Die Entscheidungen der politischen Instanzen in Westeuropa und die meist auf Privatinitiative beruhende Antwort auf das Wirken des Demagogen in Russland zeigen viele Dinge. Es ist z.B. besser, dass die Öffentlichkeit nicht immer im Bild ist, was die Geheimdienste im Dunkeln tun und wie sie es tun. Ebenso ist dieses Buch eine ständige Erinnerung daran, dass Demokratie und Freiheit verteidigt werden müssen, auch wenn Gleichgültigkeit und Unwissen das politische Handeln vieler Bürgerinnen und Bürger reduziert haben und dies bis zu einem sehr tiefen Punkt des Intressens. Ein Agententhriller der Extraklasse, der seine Spannung vor allem den parallel verlaufenden Handlungsträngen verdankt.