Um vorneweg den anderen Rezensenten hier zuzustimmen: Nein, von meinem Deutsch LK würde ich "Das Zepter des Horas" nicht lesen lassen. Das ändert aber nichts daran dass ich während der Lektüre glänzend unterhalten wurde.
Insofern stimme ich nicht ganz mit der Bezeichnung als B-Movie überein. Ja, es geht hier um 'leichtere' Lektüre, aber trashig oder schlampig runtergeschrieben ist "das Zepter" keinesfalls.
Ohne weiter auf den Plot einzugehen - spannend, und eben nicht 'Standardkost' - haben mich die Charaktere und deren Darstellung wirklich überzeugt. Sicher, hier und da hätte auch ich mir mehr Platz für die Entwicklung, gerade von Darian, gewünscht, aber da bleibt wohl nur zu hoffen dass Fanpro den beiden Autoren beim nächsten Band mehr Platz einräumt...
In vielerlei Hinsicht heben sich diese Abenteurer von den üblichen 08/15 Standard-Alriks - wohltuend - ab. Zum einen hat man es hier mit durchaus erfahrenen 'Helden' zu tun, die sich nicht gleich von jedem Gegner einschüchtern lassen, zum anderen sind es eben nicht alles moralisch einwandfreie Saubermänner.
Ich war stellenweise von den eingeschlagenen Lösungswegen und "Konfliktlösungsstrategien" durchaus positiv überrascht. Gerade auch der Einsatz von Gewalt ist mir bei DSA-Romanen selten so 'realistisch' begegnet. Im Laufe einer Abenteurerkarriere bleiben eben doch so manche Skrupel auf der Strecke.. Wieder hat man das Gefühl es eher mit 'Veteranen' zu tun zu haben als mit klassischen Dritt- bis Fünftstufler-Helden. Gerade bei der Figur des Darian fand ich auch immer wieder Spannend wie er mit seinen inneren Widersprüchen umgeht. Von Darian bitte beim nächsten Band mehr.
Unabhängig von den Charakteren fand ich das Setting sehr nett. Vielleicht für manche ein Grund dass der Roman eben nicht so sehr DSA-ig erschien, spielt die Story doch eben nicht in Weiden oder Gareth, sondern bei den 'schnöseligen Südlingen'.. Man bekommt einen netten Einblick in sonst ungewohntere Gegenden ohne dass zuviel über die aktuelle Geschichte dort verraten wird - es bleiben also alle Abenteuer noch spielbar! Schwieriger Spagat, aber durchaus gelungen.
Fazit: Flotter Abenteuerroman, hebt sich durch eigenen Stil angenehm aus der Masse hervor, Empfehlung ohne Einschränkung.