Mit "Die Schwärze der Nacht" findet der Zweiteiler "Im Schatten der Dämmerung" einen würdigen Abschluß. Lose Enden werden (wenn auch manchmal etwas gekünstelt ausehend) verknüpft, die Charaktere entwickeln sich weiter. Der grausame Kampf, den die Geheimdienste gegeneinander führen, wird immer offensichtlicher für den Leser. Aber auch die Abgründe, die sich hinter mancher Fassade auftun, sind teilweise erstaunlich bis erschreckend.
Im zweiten Band wird das Dilemma der mittelreichischen Spione deutlich, als der Leser zum ersten Mal den vollen Wortlaut des Befehls liest. Sie müssen sich entscheiden: Pflichtbewußtsein oder Gerechtigkeit? Auch auf der Gegenseite muß eine Entscheidung gefällt werden: Rache und Genugtuung oder Gerechtigkeit? Es ist in beiden fällen nicht ganz abzusehen, wie sich die einzelnen Charaktere entscheiden werden. Dies macht den Reiz des Buches aus, schadet aber auch dem Gesamteindruck: Zuviele Wendungen machen Charaktere unglaubwürdig.
Eine der besten Szenen ist die Verhandlung. Ich freue mich auf weitere Romane der Autoren in der Hoffnung, den Richter wieder zu treffen.