Wie kommt ein Phex-Geweihter in die kaiserlicher Residenz zu Gareth – und das auch noch offiziell? Ganz einfach: Wer wäre geeigneter zur Wiederbeschaffung eines gestohlenen Artefaktes, als ein professioneller Dieb?
Ein mächtiger Orden, ein schwarzes Auge und Anhänger des Namenlosen sind Zutaten für ein halsbrecherisches Abenteuer, das den Phex-Geweihten Greifwin in einen Strudel von Intrigen und Hass zieht.
Laut war das Geschrei, als FanPro eine Hörbuchreihe zum Schwarzen Auge ankündigte. Viele Fans waren vom ersten Moment an begeistert, doch ebenso viele waren skeptisch – FanPro werde Verluste machen, die Geschichten könnten eine schlechte Umsetzung erfahren, ja sogar das Image könnte leiden.... Doch nun, mit dem Erscheinen des zweiten Titels der Reihe, dürfte auch dem letzten Skeptiker der Wind aus den Segeln genommen sein.
Nach dem Einstieg mit Der Göttergleiche präsentiert man dem Hörer nun mit Thomas Finns – Das Auge des Morgens, eine weitere Kurzgeschichte, die dem Vorgänger in nichts nachsteht, ja, ihn sogar noch zu übertreffen weiß. Neben jeder Menge Spannung und Abwechslung kommt vor allen Dingen das “echte“ RPG-Feeling gut hervor - man erinnere sich da nur an die Szene in der Apotheke, die wohl ein jeder Alrik unter uns schon auf die ein oder andere Weise erlebt hat.
Doch nicht nur mit der Auswahl der Geschichte hat man einen Sprung noch vorne getan. Auch der Sprecher, Axel Ludwig, welcher bereits bei Der Göttergleiche tätig war, konnte noch ein wenig zulegen. So spricht er eine Vielzahl unterschiedlichster Charaktere, die er individuell zu gestalten weiß. Wer glaubt Herr Ludwig habe schon beim “Göttergleichen“ hervorragenden Arbeit geleistet, wird hier erst recht beeindruckt sein.
Ebenso wurden neue, musikalische Wege beschritten. So nahm man sich noch kurz vor der Pressung der Silberlinge die Kritik der Fans zu Herzen, und konnte die Mittelaltertruppe Faun für das Projekt gewinnen, die ihr Lied Reni zur Verfügung stellten – ein definitiver Gewinn für Hörbuch und Verlag, und ein sehr guter Weg für die Zukunft.
Alles in allem bleibt zu sagen, daß der Horchposten-Verlag mit seiner DSA-Reihe, und speziell dem Auge des Morgens den richtigen Weg gefunden hat und hoffentlich noch viele weitere Produktionen auf diesem Niveau veröffentlichen wird. Denn Das Auge des Morgens ist auf jeden Fall eine fantastische Produktion die in keiner DSA-Sammlung fehlen darf, und sicherlich auch “Nicht-DAS’ler“ zu überzeugen vermag. Weiter so!