Vergleicht man diese Anthologie mit den anderen drei bisher erschienenen Kurzgeschichtensammlungen von DSA "Der Göttergleiche", "Von Menschen und Monstern" und "Gassengeschichten" stellt man fest, dass kaum ein Qualitätsunterschied zu dem von Laien verfassten Geschichten festzustellen ist. Ist das aber ein Grund sich zu freuen oder nicht? Sind die Fans der DSA-Reihe so gut, dass sie proffessionell weiter geschichten veröffentlichen können, oder ist die Stammautorenschaft auf dem Niveau der "Just for fun"-Schriftsteller: ambitioniert, talentiert, aber größtenteils durchschnittlich??? Diese Frage mag und kann ich zwar nicht beantworten, dennoch empfehle ich jedem, der schon einmal mit dem Gedanken gespielt hat, ebenfalls geschichten zu schreiben oder gar zu veröffentlichen, dieses Buch zu lesen. Es macht Mut, es auch selbst einmal zu versuchen.
Leider war für meinen Geschmack keine herausragende Geschichte dabei, aber gerade die Stories "In den Gassen von Fasar", Schein oder Sein", sowie "Die Fallgrube" und "Rabenfedern", die zwar alle nicht die originellsten Skripte aufweisen, aber dafür stilistisch und formal am ehesten als "wahre" Kurzgeschichten angesehen werden können, sind lesenswert. Viele der anderen Geschichten machen eher den Eindruck, als hätte man es mit dem ersten Kapitel eines nicht vollendeten Romans zu tun, was nicht gegen ihre Qualität als solches aussagt, aber in einer Kurzgeschichtensammlung nichts zu suchen hat. Eine Kurzgeschichte wird nict deshalb so genannt, weil sie eine kurze Geschichte ist, sondern weil sie bestimmten formalen Regeln genüge tuen muß... Genau das hat mich nämlich auch an der Gewinner-geschichte geärgert, die zwar intelligent geschireben ist, aber einfach so aufhört. Sie hätte auch 10 Seiten früher oder später aufhören können, ohne Unterschied auf den Ausgang der Geschichte. Hier hätte man auf Seiten der Jury (wer war die eigentlich?) mehr Sorgfalt walten lassen müssen.