Die lange Durststrecke hat ein Ende: Endlich einmal ist wieder ein rundum gelungener DSA-Roman bei Heyne erschienen. Die Autorin versteht ihr Handwerk und schildert eine auf der gesamten Länge des Buches spannende Geschichte, die ein stetiges Interesse erhält und Lust aufs Weiterlesen macht. Zu Beginn könnte man meinen, einen gewöhnlichen Fantasyroman mit Abenteuergruppe vor sich zu haben, doch bald herrscht eine solche Personalfluktuation (sprich: es sterben in einem fort wichtige und weniger wichtige Protagonisten), daß sich dieser Eindruck als falsch herausstellt. Das einfache Abenteuer wird zu einem Wettlauf um das eigene Leben, den eine ganze Reihe von Abenteurern nicht gewinnen. Neben der Atmosphäre ständiger Bedrohung fließen gelegentlich wirklich heftige Horror/Gore - Abschnitte hinein, allesamt aber gelungen. Schließlich wird dann auf vergleichsweise wenigen Seiten der gesamte Hintergrund aufgedeckt und die überlebenden Abenteuerer begeben sich zum Finale. Bei diesem rundum guten Buch mag ich eigentlich nichts kritisieren, es gibt auch nicht viel zu kritisieren. Nur: Für meinen Geschmack kam die ganze Auflösung etwas überhastet, erst wird stundenlang Spannung aufgebaut, und während man noch rätselt, mitleidet und knobelt, kommt unvermittelt mal eben eine Frau vorbei, die alles, aber auch wirklich alles, aufdeckt. Wirklich unangenehm fällt dies aber nicht heraus, da der Roman trotzdem wirklich äußerst spannend bleibt. Übrigens: So richtig aventurienspezifisch wirkt der Roman allerdings nicht, er könnte nur durch Änderung einiger Ortsnamen z.B. fast problemlos in jede andere Fantasywelt verpflanzt werden. Aber wie gesagt, dies vermag den guten Eindruck des Buches wirklich nicht zu trüben. Danke, Martina, für einige Stunden gruseliger, fesselnder und spannender Unterhaltung!