Unter den Filmen, die Vincent Price in den 70er Jahren gedreht hat, zählen drei wohl zu den besten seiner Karriere. "Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes", sowie das Sequel "Die Rückkehr des Dr. Phibes" und der ein Jahr später gedrehte Streifen "Theater des Grauens".
Bestechend an den Phibes-Filmen ist, neben den heutzutage schon nostalgischen Gruseleffekten, vor allem der trockene, britische Humor und, in meinen Augen besonders eindrucksvoll, das Dekor, das im schönsten Art Deco schwelgt.
Es benötigt schon einen Vollblutprofi wie Vincent Price um aus der (stummen!) Titelrolle noch schauspielerische Funken zu schlagen. Und die erstklassige "Gegenbesetzung" mit Jospeh Cotten, dem unvergesslichen Terry-Thomas und dem wunderbar schusseligen Peter Jeffrey als Inspektor Trout sorgt dafür, dass Price ebenbürtige Konkurrenz hat.
Die Bildqualität ist erstaunlich gut, verglichen mit der Ausgabe von "Theater des Grauens", obwohl der Film zwei Jahre später herauskam. Der Ton in Mono klingt allerdings enttäuschend dumpf, so dass die virituose Orgelmusik und die schön arragierte Musik des "automatischen" Salonorchesters (unter dessen Masken wirkliche Menschen stecken!) nicht voll entfaltet werden kann. Trotz dieses technischen Mankos einer meiner Lieblingsfilme meines Lieblingsschauspielers Vincent Price. Aus einer Zeit, wo auch dezenter Grusel Witz hatte, ohne lächerlich zu sein. Der Film hat nämlich etwas, das sämtlicher Splatter-Videotheken-Billigware fehlt: Stil!