Das ist die Reaktion von Robert Pujol(Fabrice Luchini), als er erfährt, dass seine Frau Suzanne(Catherine Deneuve) "seine" Regenschirmfirma leiten soll. Okay, Robert hatte einen Herzanfall und muss ins Krankenhaus, außerdem ist es eigentlich auch nicht seine Firma, sondern Suzannes Vater hat sie der Tochter vererbt, aber das sind ja dann doch eher Kleinigkeiten. Suzanne hat als Schmuckstück zu fungieren. Sie sitzt zu Hause, kümmert sich um häusliche Dinge und darf ein paar ihrer kleinen Gedichte aufschreiben, aber mehr? Ganz sicher nicht! Jedenfalls wenn es nach Robert geht. Der macht den Job und legt nebenbei alle Frauen aufs Kreuz, die nicht schnell genug das Weite suchen können.
Jetzt ist Robert jedoch ausgeschaltet. Ein Streik in der Firma und seine angeschlagene Gesundheit fordern ihren Tribut. Mit Hilfe des kommunistischen Bürgermeisters Maurice Babin(Gerard Depardieu), Roberts Erzfeind, schafft Suzanne es tatsächlich, den Streik zu beenden. Mit Hilfe ihrer Tochter Joelle(Judith Godreche) und des Sohnes Laurent(Jeremie Renier) bringt sie die Firma wieder auf Vordermann und die Arbeiter auf ihre Seite. Da zieht sogar die Chefsekretärin Nadege(Karin Viard) mit, die vorher eher in liegender Tätigkeit bei Robert beschäftigt war. So weit, so gut. Aber nach drei Monaten kehrt Robert zurück. Der will als alter Ausbeuter die Firma zurück und muss nebenbei noch erfahren, dass es zwischen Maurice und Suzanne ein Geheimnis gibt. Das kann Robert natürlich so nicht stehen lassen. Er sagt Suzanne den Kampf an. Aber Robert hat keine Ahnung, über welche Waffen Suzanne verfügt...
Frei nach dem Bühnenstück -Potiche-, aus dem Jahr 1980, hat Francois Ozon seinen Film auf Leinwand gebannt. Dabei ist die Theateratmosphäre, wie schon bei Ozons -Acht Frauen- weitgehend erhalten geblieben. Dazu hat Ozon ein 70er Jahre Flair arrangiert, das absolut zeitgerecht ist. Das beginnt schon mit dem Vorspann. Ozon schenkt uns einige brilliante Rückblicke und setzt eine Schauspielgarde ein, die ihresgleichen sucht. Die Deneuve und Der Depardieu, ja das ist großes Kino, ohne Wenn und Aber. Auch die Nebenrollen und die Schauplätze des Films sind hervorragend ausgewählt. Wenn Suzanne und Maurice in einem Club tanzen, dann ist das ein bisschen wie -La Boum- und -Saturday Night Fever- im Rentenkostüm. Einfach nur schön.
-Das Schmuckstück- ist verfilmtes Theater und will dabei auch nicht den Eindruck eines eigenständigen Spielfilms vorgaukeln. Wem das gefällt, der wird von Ozons Komödie begeistert sein. Wer mit Filmen wie -Acht Frauen- so seine Probleme hatte, der wird vermutlich auch -Das Schmuckstück- nicht zu seinen Lieblingsproduktionen rechnen können. Aber sie wissen ja: Um das herauszufinden, müssen sie das schon selbst ausprobieren. Ich wünsche schon jetzt viel Spaß dabei.