Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
27 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Top-Anime!, 4. Dezember 2009
Sheeta ist die Gefangene von Musca. Mit Hilfe eines Steins, der seit Generationen im Besitz der Familie Sheetas ist, will der Regierungsbeamte unendliche Macht erlangen. Unvermittelt wird das Luftschiff Muscas von der Piratin Mama Dora und ihrer Mannschaft angegriffen. Auch sie haben es auf den Stein abgesehen. Sheeta nutzt die Verwirrung unter den Soldaten zur Flucht, rutscht aber an der Außenhülle des Luftschiffes ab und fällt in die Tiefe.
Der kleine Pazu, Gehilfe eines Mechanikers in den Minen der Stadt, ist auf dem Weg zu seinem Chef, als er ein Mädchen aus den Wolken herabschweben sieht. Wie eine Vogelfeder gleitet sie durch die Luft und droht in dem Minenschacht zu entschwinden. Schnell läuft Pazu auf die äußerste Leiter und hält seine Arme auf. Das wunderschöne Mädchen schwebt ihm in die Arme, und völlig verzaubert von ihr verliebt sich Pazu in sie.
Doch den beiden Kindern bleibt wenig Zeit, sich in der Idylle des kleinen Berghauses, in dem das Waisenkind Pazu lebt, anzunähern. Die Piraten sind auf der Suche nach dem Mädchen mit ihrem mächtigen Stein. Eine halsbrecherische Flucht Sheetas und Pazus beginnt. Doch auch Musca und seine Soldaten ist nicht weit, um sich wieder des Steins zu bemächtigen. Nur er weiß, dass der Kristall den Weg zu Laputa, einer sagenumwobenen, schwebenden Insel, weist, die seinen Bewohnern unendliche Macht verheißt.
Ein Jahr nach dem sensationellen Erfolg seines Anime-Abenteuers "Nausicaä" (für weitere Informationen bitte hier klicken) im Jahre 1984 gründete der Zeichner und Regisseur Hayao Miyazaki das heute legendäre "Studio Gibli". Aus ihm stammen "Chihiros Reise ins Zauberland" (Infos hier), "Prinzessin Mononoke" (Infos hier) und "Das wandelnde Schloss" (Infos hier), die Welterfolge des Japaners.
Das erste Meisterwerk von Gibli aber war "Das Schloss im Himmel". In Japan einer der erfolgreichsten Anime Miyazakis, kam dieser Film erst am 8. Juni 2006 in die deutschen Kinos und im November desselben Jahres als DVD in den Handel. Eine unverständliche Veröffentlichungspolitik, denn dieser Film braucht sich vor den anderen Welterfolgen des japanischen Genius nicht zu verstecken.
Zwar ist der Film zeichentechnisch veraltet und scheint aus Versatzstücken anderer Filme Miyazakis zu bestehen, doch schnell wird der Betrachter gefangen genommen von den liebevoll ausgearbeiteten Hintergründen, der fantasievollen Geschichte und der zarten Liebesgeschichte zwischen Sheeta und Pazu.
Die Personen scheinen aus Nausicaä entlehnt, auch einige der Maschinen und vor allem die grandiose Filmmusik sind dem Betrachter scheinbar bekannt. Doch die Eigenständigkeit dieses kleinen Abenteuers und die Faszination, die diese Geschichte auch zwanzig Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung ausstrahlt, ist ungebrochen.
Hinzu kommen die fast epische Erzählweise, der herrliche Humor und die spannende Handlung dieses über zwei Stunden langen Filmkunstwerkes. Entlehnt aus den Büchern von Jonathan Swift ist die schwebende Insel "Laputa" Ziel allen Strebens. Hier gerät die Geschichte auch leider zu einem arg moralisierenden und an Frieden und Sanftmut mahnenden Etwas. Das hektische, teils unlogische Finale trübt etwas den Eindruck, den der ansonsten grandiose Film hinterlässt.
Liebhabern der Anime des japanischen Meisters Miyazaki wird dieser Film das Herz aufgehen lassen. Er beweist auch in diesem Frühwerk seine Fähigkeit, eine einfache Geschichte in wundervolle Bilder zu kleiden. Doch Vorsicht: Manchmal geht es arg martialisch zu in diesem Film und wer ein idyllisches, familiengerechtes Disney-Abenteuer erwartet, wird enttäuscht oder gar entsetzt sein. Die "heile Welt" des US-amerikanischen Zeichentrickfilms gibt es bei Miyazaki nicht. Hier ist das Böse stets präsent und fast scheint es so, als würde es auch triumphieren - wären da nicht, ein häufig bei "Gibli" auftauchendes Stereotyp, zwei naive und mutige Kinder.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
34 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einer der besten Ghibli Filme überhaupt!, 22. Oktober 2006
Story:
Das Waisenkind Sheeta lebt im fernen Gondor und besitzt einen wertvollen Kristall welcher seit Generationen in ihrer Familie weitergegeben wird. Dieser Kristall beherbergt ein Geheimnis, welches selbst Sheeta nicht kennt.
Die Piratenbande um Mama Dola sowie der hinterhältige Regierungsbeamte Muska sind hinter dem Mädchen und dem Kristall her. Es heißt er könne den Weg zu "Laputa" zeigen, eine Stadt welche im Himmel schwebt und als Legende gilt.
Sheeta fällt, beim Versuch vor Muska zu fliehen, aus dem Fenster ihres Luftschiffes. Erstaunlicherweise lässt der Kristall Sheeta langsam zu Boden gleiten. Kurz vor dem Boden rettet sie Pazu, ebenfalls ein Waisenkind.
Gemeinsam machen sie sich auf den Weg Laputa zu finden und vor den Piraten und der Regierung zu fliehen.
Ein aufregendes Abenteuer beginnt.
Kritik:
Vorweg, Laputa hat mich umgehauen. Dieser Film ist einfach eine Freude anzuschauen. Gerade wenn man mit anderen Ghibli Produktionen (Ghibli = bekanntes Anime-Filmstudio) vertraut ist kommen einem immer wieder Szenen, déjà-vu-ähnlich, bekannt vor. "Laputa" ist der erste "echte" Ghibli. Nach dem großen Erfolg von "Nausicaä" im Jahre 1984 wurde ein Jahr später, 1985, das Ghibli Studio gegründet. Erster Sprössling war Laputa.
Die Zeichnungen sind wie gewohnt sehr hochwertig und zeugen von enormer Kreativität. Man sieht hier sehr klar die Verbindung zu Pre-Ghibli Produktionen - vor allem zu "Nausicaä" und z.T. zu "Lupin III - Das Schloss des Cagliostro". Selbst komplette Figuren wurden von älteren Filmen übernommen. So taucht hier wieder das wundersame eichhörnchenarte Tier mit den verlängerten Ohren auf. Aber auch erkannte ich klar Vorgänger von späteren Figuren. Mama Dora ist IMO ein "Vorläufer" von Yubaba/Zeniba (Zwillingshexen aus "Chihiros Reise ins Zauberland") sowie der Techniker ein "Vorläufer" von Kamajii (dem "Heizmann" aus "Chihiro" [...]) darstellt. Vielleicht kein wirklicher Vorläufer, aber dennoch ggf. Ideenbringer waren die Roboter. Sie erinnerten mich leicht an die Titanen aus "Nausicaä".
Der Score ist überaus eingänglich und sehr schön; er erinnert mich sehr an den Score von "Nausicaä". Nicht nur die Melodieführung sondern auch die Instrumentierung und das komplette Arrangement.
Mir hat auch hier besonders gut die sozialkritische Aspekte gefallen, welche diesen Film von einem "normalen" Kinderfilm eindeutig abheben. Miyazaki zeigt eindrucksvoll, dass ein animierter Film (Umgangssprachlich: Zeichentrick) auch Anspruch und Tiefgründigkeit beinhalten kann. Sehr interessant war für mich die Verwandlung und Umkehrung von sozialen Normen und die Ausheblung der gesellschaftlichen, eingefahrenen Moral. So ändert sich im Laufe des Film die pers. Einstellung zu der Piratenbande, welche eigentlich einen negativen Eindruck hinterlassen würde - jedoch durch die Tagen werden sie fast zu den Helden des Films. Auch das eigentlich helfen sollende Militär zeigt sich von einer nicht so schönen Seite.
Wie auch schon in "Nausicaä", werden hier klar versteckte Botschaften bzgl. unserem Umgang mit der Natur. Es wird gezeigt, dass ein Miteinander mit der Natur viel mehr Nutzen als ein Zerstören der Gleichen hat. Natürlich sind diese Punkte nur nebensächlich und drängen im Film glücklicherweise nicht zu sehr in den Vordergrund. Jedoch genug um sich nachhaltig mit diesen Gedanken zu befassen.
Auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Die Verbindung von Pazu zu Sheeta ist sehr tief. Die Probleme der Beiden ist ein wichtiger Punkt in dem Film. Die Aufgabe des Partners zum Wohle dessen ist IMO kein Thema welches einen "normalen" Kinderfilm ausmacht. Die Reaktionen der Kinder sind für Kinder unüblich und zeigen mir klar welches Publikum angesprochen werden soll.
Besonders hervorheben möchte ich noch die Flugszenen und Fluggeräte. So fantastisch und ungewöhnlich sie auch aussehen mögen, so vertraut sind sie dem Ghibli Kenner. "Nausicaä" und auch "Das wandelnde Schloss" brachten ebenso kurioses ans Tageslicht. Besonders die Gleiter der Piratenbande haben eine sehr große Ähnlichkeit zu Nausicaä's Fluggleiter.
Man könnte anhand der vielen Affinitäten nun denken, dass "Laputa" lediglich ein Abklatsch von "Nausicaä" wäre, dem ist aber eindeutig nicht so. Eher würde ich aus künstlerischer Sicht sagen, dass "Laputa" ein Nachfolger ist, auch wenn der Inhalt nichts oder wenn dann nur sehr wenig mit "Nausicaä" gemein hat.
Fazit:
Ein wahres Highlight aus dem Hause Ghibli. Für mich gehört er definitiv zu den Besten Werken von Hayao Miyazaki. Mit Phantasie und Ideenreichtum gegen die stupide Welt von heute - Laputa schafft es den Zeitgeist von heute zu treffen obwohl er bereits 18 Jahre alt ist. Ich kann diesen Film uneingeschränkt jedem empfehlen, der sich auf eine wundersame Reise durch fliegende Städte, bizarre Kreaturen und bildhübsche Landschaften begeben möchte.
Meine Wertung:
9 von 10 Punkten
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
32 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Hohe Erwartungen und anschließende Ernüchterung, 16. September 2006
Ich habe "Das Schloss im Himmel" sehr lange entgegengefiebert und war wahnsinnig erfreut, dass er hier in Deutschland sogar ins Kino gebracht wurde. Über die kommende DVD weiß ich nichts, doch habe ich den Film im Kino gesehen.
Zuerst einmal möchte ich sagen, dass es sich bei Hayao Miyazaki um meinen persönlichen Lieblingsregisseur handelt und ich (nun leider) fast alle seine Filme verehre, da es ansonsten niemanden gelingt, mich derart zu bewegen, mitzureißen, nirgendwo sonst entdecke ich eine derartige Erzählkraft und eine so außergewöhnliche Fantasie. Um so schlimmer war dann die Ernüchterung bei das "Das Schloss im Himmel". Woran lag es? Vielleicht daran, dass der Film mit über 2 Stunden Laufzeit doch etwas lang geraten ist, denn es ziehen sich Szenen durch den Film, wie z.B. die Eisenbahnfahrt gegen Anfang, der Gang durch die unterirdische Höhle mit den Kristallen oder das große Finale, die in ihrer Länge einfach zu ausufernd waren. Vielleicht habe ich auch die Schwere vermisst, die "Nausicaä" und seine späteren Werke ausgezeichnet haben oder die lockere Unbeschwertheit von "Kiki", "Das Schloss im Himmel" war irgendwo dazwischen. Ein weiteres Problem war, was vielleicht auch an der mittelmäßigen Synchronisation liegen könnte, dass einige Dinge und Handlungen im Film schwierig erklärt werden, allen voran die Fähigkeiten von Sheetas magischem Stein konnte ich nicht so ganz nachvollziehen. Und dem Bösewicht fehlt schlichtweg die Grauzeichnung und Sympathie einer Eboshi oder Kushana.
Warum, fragen sich jetzt vielleicht einige, gebe ich trotzdem vier Sterne? Weil der Film zum ersten die typische technische Perfektion eines Ghiblifilms aufweist, fantastisch gezeichnet und animiert ist, der Film trotz aller Probleme wunderbar erzählt wird und eine Nahezu ausufernde Liebe zum Detail besitzt, die Actionsequenzen spannend und explosiv gemacht sind und drittens, weil die Hauptcharaktere liebenswert und die Piratencrew einfach schön schrullig und witzig ist. Es ist immer noch ein Film, der weit über der Qualität aktueller Zeichentrickfilme aus dem Hause Disney/Dreamworks/20cent.Fox steht und der einzige US-Animationsfilm, wie ich finde, der in der Lage ist, der Qualität Miyazakis Stand zu halten ist "Corpse Bride" von Tim Burton. Allein weil "Das Schloss im Himmel" sich so sehr von den Filmen unterscheidet, die wir kennen, lohnt es sich auf alle Fälle für Animationsfreunde, Märchenliebhaber oder Fantasy- und Abenteuerfans, diesen Film einmal zu sehen. Vielleicht mag es nicht der beste Miyazaki sein, aber die DVD hole ich mir auf alle Fälle und vielleicht, wie es schon bei "Das Wandelnde Schloss", "Spirited Away" und auch "Prinzessin Mononoke" war, erschließt sich mir die Qualität erst beim zweiten Mal ansehen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|