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Das Schloß
 
 
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Das Schloß [Gebundene Ausgabe]

Franz Kafka
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Anaconda (31. März 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866471068
  • ISBN-13: 978-3866471061
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 13,2 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (45 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 3.370 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Franz Kafka
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Das Schloss
OA 1926 Form Roman Epoche Moderne
Das letzte, von Januar bis September 1922 entstandene Romanfragment von Franz Kafka greift das in Der Prozess entworfene Thema der unendlichen, letztlich scheiternden Suche des Individuums nach Erkenntnis auf. In Form einer Parabel auf die Existenzsituation des Menschen der Moderne schildert Kafka, wie eine anonyme Macht – das Schloss – die Sehnsucht des Menschen nach Wahrheit und Sinn manipuliert, den Suchenden bannt, unterdrückt und vernichtet.
Inhalt: In einer Winternacht gelangt der Landvermesser K. in ein Dorf, das von einem mysteriösen Schloss und dessen »Beamten« beherrscht wird. Erfolglos versucht K. während der kommenden sieben Tage ins Schloss vorzudringen. Hilfe erhofft er sich von den Dorfbewohnern, obskure und tragische Gestalten, die K. in undurchschaubare Ereignisse verstricken, deren widersprüchliche Hinweise er aber nicht zu entschlüsseln vermag. K. konzentriert seine eigennützigen, irrationalen Anstrengungen alsbald auf den Schlossbeamten Klamm: Er verführt dessen Geliebte, dringt nachts in Klamms Kutsche ein und berauscht sich am Cognac des Beamten. Als diese Provokation der autoritären Instanz scheitert, schließt sich K. einem Schlossboten an, dessen Familie im Dorf geächtet wird, seitdem sich die Schwester einem Beamten verweigert hat. Die Ereignisse überstürzen sich, als K. zu einem »Verhör« bestellt wird: Klamms Geliebte, die vom Besuch bei der verfemten Familie erfahren hat, trennt sich von K.; während ein Sekretär dem entkräfteten K. versichert, dass das Amt seine Bitten nun erfüllen würde, fordert ihn ein anderer Sekretär auf, Klamms Geliebte freizugeben. Bevor der zu Tode erschöpfte K. in tiefen Schlaf sinkt, beobachtet er die hektische Betriebsamkeit der Schlossdiener und erfährt, dass seine Anwesenheit das Amt erheblich behindern würde. Nachdem ein Zimmermädchen K. am folgenden Morgen anbietet, fortan bei ihr zu wohnen, bricht die surreale Handlung ab.
Max Brod (1884–1968), Herausgeber der Werke von Kafka, berichtet, dass geplant war, den Roman mit K.s Tod enden zu lassen; im gleichen Moment sollte dem Protagonisten vom Schloss die endgültige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erteilt werden.
Aufbau: In höherem Maß als Der Prozess verweigert sich Das Schloss eindeutigen Interpretationsversuchen. Bot Der Prozess mit Begriffen wie »Gesetz«, »Gericht« oder »Schuld« noch konkreten Assoziationsfreiraum, liefert Das Schloss solche Anhaltspunkte kaum mehr. Dies bedingt vor allem die den Aufbau bestimmende Kreisstruktur, die als zentrale Grundfigur des Romans alle geschilderten Ereignisse, Dialoge und Erzählebenen dominiert: K.s Versuche, ins Schloss zu gelangen, führen ihn stets kreisförmig an den Ausgangspunkt zurück; aussichtsreiche Gespräche enden, ohne dass K. Aufklärung erhalten hätte. Die Sehnsüchte K.s und der Dorfbewohner kreisen um das Schloss, werden jedoch immer wieder enttäuscht. Besonders die Frauengestalten heben dies hervor: Über Generationen hinweg werden sie von den »Beamten« verführt, missbraucht und fallen gelassen, ohne diesen Teufelskreis je durchbrechen zu können. Selbst die Naturgesetze folgen dieser in den Abgrund weisenden Spirale: Im Verlauf der 25 Romankapitel scheint sich der Wechsel zwischen Tag und Nacht zu beschleunigen und immer eher zwingen Müdigkeit und Entkräftung K. in einen todesähnlichen Schlaf. Ins Zentrum dieses Bannkreises, der K. und die Dorfbewohner gefangen hält, setzt der Autor das unerreichbare Schloss bzw. das Phantom des übermächtigen Klamm. Schloss und Beamte sichern ihre absolute Machtposition, indem sie vorgeben, das Ziel aller menschlichen Sehnsüchte zu sein, sich zugleich aber jedem Verlangen nach deren Erfüllung entziehen.
Wirkung: Wie Der Prozess hat Das Schloss eine Vielzahl psychologischer, soziologischer bzw. theologischer Deutungsversuche nach sich gezogen. Die bleibende Faszination, die der Roman bis heute ausübt, resultiert aus dem Verzicht des Autors, einen eindeutigen Sinngehalt anzubieten. Die »offene« Struktur, die schon Der Prozess aufwies, beeinflusste die moderne Dichtung maßgeblich und trug mit dazu bei, dass Das Schloss weit über die Grenzen der Literatur hinaus Aufmerksamkeit fand. T. S. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Kurzbeschreibung

Jeder Versuch, ins Schloss zu gelangen, misslingt; so bleibt es nah und fern zugleich; seine Hierarchie fordert Gehorsam, aber die Weisungen bleiben dunkel und unverständlich. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von P.A.
Format:Gebundene Ausgabe
Franz Kafkas letzter Roman seiner "Trilogie der Einsamkeit" schickt den Leser in eine komplett abgeschlossene, völlig unverständige, düstere eigene Welt.
Wer die unüberschaubare Struktur des Gerichts und die paradox wirkenden Elemente des "Proceß" mochte, der wird "das Schloß" lieben!

Der Landvermesser K. (im letzten Teil seiner Trilogie, schenkt K(afka) der Hauptfigur nicht einmal mehr einen Vornamen) möchte in eine kleine Dorfgemeinschaft aufgenommen werden, in die man ihn vorher zum Ausführen wichtiger Arbeiten bestellt hatte.
Aber die Beamten auf dem Schloss mit ihrer unbegreiflichen und undurchdringlichen Hierarchie, die wie ein Labyrinth wirkt, dem man nicht entkommen kann, und die unsichtbaren Regeln dieser Autorität, der alle Dorfbewohner blind folgen, machen es K. unmöglich, eine würdige Stellung in der Gemeinschaft und einen Arbeitsplatz zu finden.
Trotz einiger Kontakte und einer gewissen (scheinbaren) Integration in das Dorf, bleibt es K. verwährt (teils auch durch eigenes Ungeschick) die Entscheidungsträger auf dem Schloss zu sehn, den Zutritt kann er nicht bekommen.

Die große Frage ist bei diesem Roman, ebenso wie bei allem was Franz Kafka geschrieben hat, wie man es zu verstehen hat, da dies eine Rezension und keine Interpretation ist, muss man diesen Punkt so interessant er auch ist, beiseite lassen, nur des Verständnisses wegen, seien hier einige Stichwörter gegeben.

-das Schloss als letzte göttliche Instanz (nach Brod)
-das Schloss als Beispiel eines totalitären Regimes(nach Adorno)
-das Schloss als beispielhafte Welt der Väter, in der der Sohn eindrigen, bzw. Annerkennung will (biographische Deutung)
-das Schloss und die unendliche Bürokratieals Gesselschaftskritik
-u.v.m.

Man sieht, man kann viel im "Schloß" sehen, einen Interpratationsansatz für jeden.
Das macht diesen Roman auch so interessant, der einfache schnelle Leser kann auch wenn er eigentlich nichts versteht (den die Welt die Kafka uns hier vorlegt, ist schwer bis unverständlich) gewisse Schlussfolgerungen ziehen, und der kritische, genaue Leser, noch viel mehr.

Von seinen drei großen Romanen, ist dieser der Finsterste und Unbegreiflichste, weil der Protagonist K. eine ganze Welt gegen sich hat, und darin keinen Bezugspunkt zur Wirklichkeit die er (und der Leser) kennt finden kann.
Darin liegt der besondere Reiz dieses letzten Romans von Kafka, gegenüber seinen beiden anderen, die totale Unbegreifbarkeit der Welt.

Das "das Schloß" besser oder schlechter ist als "Amerika" und "der Proceß" kann man nicht sagen, diese drei Romane spielen alle auf dem selben "Level" , das was "das Schloß" auszeichnet ist diese besondere Finsterniss und Unbegrefibarkeit.
Daran kann ein Leser seine wahre Freude haben und verstört aber interessiert in diese Welt abtauchen, ein anderer wird dies als Schwachsinn hinstellen und keine Freude daran haben.

Zur Ausgabe:
Die Ausgabe vom Vitalis Verlag, bietet ein wunderschönes Cover und einige (auch recht schöne) Bilder, zu einem guten Preis.
Wer diese Buch nicht nur nach dem Inhalt sondern auch nach dem Umschlag bewerten will (sprich eine schöne Ausgabe möchte), der sollte hier zuschlagen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kafkaeske Klangwelt 11. Juli 2007
Format:Audio CD
Hier wird von grandiosen Sprechern wie Gerd Westphal als Josef K., dem herumirrenden Protagonisten, ein großartiges Stück Literatur von Kafka in Szene gesetzt. Diese Inszenierung passt sich durch ihre Gesamtkomposition gekonnt an die absurde Welt, in der der Landvermesser Josef K. sich bewegt, an. Seien es 'die Gehilfen', die ständig wie wahnsinnig lachen, sei es eine Lautkulisse, die in den richtigen Momenten ruhig ist und dann plötzlich ins aggressive umschwingt ' alle Mittel helfen dem Hörer, sich in diese typisch kafkaeske Gegend rund um das Schloß hineinzufinden.
Egal, ob man sich dieses Hörspiel anhört, um mit Kafka vertraut zu werden und sich ihm anzunähern, oder ob man das Schloß hören möchte, um einer interessanten Interpretation des Romans zu lauschen, um das Gelesene zu vertiefen ' beide Seiten tun gut daran, sich diese Doppel-CD zu Ohren zu führen.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Zweifler
Format:Taschenbuch
Im letzten und düstersten der drei Kafka-Romane spielt der größte Teil der Handlung nachts; die Tage sind so kurz, dass das Tageslicht nur wenige Stunden andauert. Selbst an Sommertagen fällt gelegentlich noch Schnee. Der Protagonist K. hält sich wie ein ungebetener Gast im Dorf auf. Beim Versuch, über eine Seitengasse in Richtung Schloss zu gelangen, sinkt er im Schnee ein, kommt nicht weiter. Die Naturgesetze folgen der hier herrschenden Ordnung des Schlosses ebenso wie die Dorfbewohner und die Beamten.
In dieser magischen, finsteren, ländlich-ärmlichen Welt des Dorfes kämpft K. um sein grandioses Ziel, ins Schloss zu gelangen. Dabei werden Müdigkeit, Obdach und Schlaf zu einem immer größeren Problem der Hauptfigur. Einmal äußert er die Bitte, "ein Brett auf die Fässer legen" und schlafen zu dürfen, worauf man ihm "irgendein Kissen" hinwirft. Eines Nachts im Herrenhof beim Beamten Bürgel könnte K. alles erreichen. K. scheitert an seiner Müdigkeit, sein Kampf um Fortschritt ist längst absurder Leerlauf. Im ersten Kapitel sagt K.: "Ich will immer frei sein." Davon bleibt im Romanverlauf nichts übrig. K. lernt, seine Persönlichkeit, seine Ziele und Bedürfnisse dem übergeordneten Zweck, dem herrschenden Prinzip unterzuordnen. Bei Kafka "irrt und kämpft" (Grönem.) der Mensch vergeblich. Ob er sich anpasst oder kämpft, das Schloss ist unabhängig davon freundschaftlich oder feindselig orientiert. K. hat keine Möglichkeit der aktiven Auseinandersetzung mit der ihm gegenüberstehenden Ordnung. Diese entzieht sich jeder Überprüfbarkeit und Erfahrbarkeit. Alle Widersprüche und Absurditäten dieser Ordnung sind unangreifbar. Darin liegt K.s Unfreiheit und die aller anderen Romanfiguren. Der Roman ist die große Parabel der Moderne und Postmoderne, ein visionäres Meisterwerk, aktueller denn je, Meta-Literatur, eine Lektüre-Herausforderung, die jeden Leser (über-)fordert.
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