Die gute Grundidee verliert leider durch eine unbegabte Ausarbeitung. Alle handelnden Figuren sind supperschön, superintelligent, superprofessionell und leider auch superflach. Die Protagonistin Sarah ist Ende zwanzig hat Mathematik studiert und ist bereits eine supererfolgreiche Devisenhändlerin. Sie verdient ebenmal eine Million im Jahr, hat ein tolles Haus, ist Bergsteigerin in den Hochgebirgen dieser Welt, fährt einen super BMW-Oldtimer, war zufällig, weil es für die Handlung wichtig ist, für einige Zeit in Perugia und hat dort natürlich bestens italienisch gelernt und so ganz nebenher hat Sie natürlich auch noch Safeknacken von ihrem Onkel gelernt. Eigentlich wartet man darauf, dass sie irgenwann von einer entfernten Tante, die sonst innerhalb der Geschichte nie erwähnt wurde auch tauchen, fingerhakeln und fliegen gelernt hat. Eigentlich schade, dass nicht, denn dann wäre es ganz lustige Unterhaltung. So verliert sich die Handlung jedoch in Konstrukten. Gegen Ende der Geschichte müssen zunehmende Konstrukte aus früheren Handlungsabläufen nachgeschoben werden, um zu verhindern, dass sich die Logik der Geschichte im Nichts auflöst. Die Heldin der Geschichte unterhält sich mit der Mörderin ihrer besten Freundin und ihres Liebhabers locker in einer Apotheke und gibt ihr zum Abschied auch noch eben ein Bussi auf die Backe. Kann man das wirklich glauben? Oder schreiben? Symptomatisch ist ein Zeitungsartikel im letzten Drittel des Buches, den die Zeitung mit einer Mega-Schlagzeile abdrucken will: Die gesamte Hochfinanz ist in einen Mega-Skandal verwickelt, der Zeitungsbericht liest sich jedoch als wäre in Gütersloh ein Fahrad gestohlen worden. Vielleicht kann es die Autorin einfach nicht besser.