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Das Schlangenmaul. Roman
 
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Das Schlangenmaul. Roman [Gebundene Ausgabe]

Jörg Fauser
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 267 Seiten
  • Verlag: Ullstein; Auflage: 2. (Juli 1985)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3550063989
  • ISBN-13: 978-3550063985
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 747.452 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jörg Fauser
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Heinz Harder, 38 Jahre alt, Journalist ohne Job und pleite, bietet per Anzeige seine Dienste als "Bergungsexperte für außergewöhnliche Fälle" an. Bald erhält er seinen ersten Auftrag, Nora Schäfer-Scheunemann aus Hannover sucht ihre achtzehnjährige Tochter, Harder soll sie in Berlin auftreiben. Seine Suche führt Harder in ein Berlin der windigen Geschäftemacher, dubioser Politik- und Finanzmachenschaften und zu einer mysteriösen Sekte.

Neben dem Roman enthält der Band ein Nachwort von Martin Compart sowie zwei begleitende Essays von Jörg Fauser: SPURLOS VERSCHWUNDEN sowie LEICHENSCHMAUS IN LOCCUM -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Der Verlag über das Buch

»Darum geht es in Schlangenmaul: (...) um die Bestie Stadt, in der keine gute Tat unbestraft bleibt; um die richtigen zynischen Metaphern; um heruntergebrannte Träume von Ehre und Gerechtigkeit; um die Fetzen eines Jazztracks, die der Wind durch regennasse, nächtliche Straßen weht ....So wurde der Roman auch eine Abrechnung mit Berlin in einer bestimmten historischen Situation. Die Stadt war abgenutzt vom Kalten Krieg und schmutzig durch das protektionierte Plündern der politischen Schieberkaste, korrupter als manche Bananenrepublik. Politiker mit Westen so rein wie Schneematsch auf der Kantstrasse saugten sie aus und klauten soviel Geld, dass ihnen die Verstecke für den Schotter auszugen drohten. Zivilisatorischer Niedergang hatte Jörg immer interessiert; genau das ist auch ein Thema eines Noir-Romans.« Martin Compart -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Rasant 6. Februar 2004
Format:Broschiert
Harder, der Protagonist, ist Ex-Reporter, derzeit ohne Anstellung und hat schon bessere Zeiten gesehen. Nunmehr bietet er sich als "Bergungsexperte" an, womit er Detektiv meint, sich aber mangels Lizenz nicht so bezeichnen darf. Er bekommt einen Auftrag, eine verschwundene Tochter aufzutreiben. Dieser Auftrag führt ihn nach Berlin, wo er es mit dubiosen Politikern, dem Rotlichtmilieu und einer fragwürdigen Sekte zu tun bekommt.

Fauser war nie der große Plotter, auch sein wohl bekanntestes Buch, "Der Schneemann", wirkt nicht nur nicht durchkonstruiert, sondern manchmal wild drauf los geschrieben. Anders als dieses gleitet das "Schlangenmaul" kolportagenhaft manchmal (aber wirklich nur manchmal) zu stark in Richtung dessen ab, was man früher als "Räuberpistole" zu bezeichnen pflegte. Andererseits macht dieses Wilddrauflosschreiben den Reiz der Bücher Fausers aus - Rasanz und Kurzweiligkeit.

Hinzu kommt auch beim "Schlangenmaul", dass Fauser es wie kaum ein anderer deutscher Krimiautor versteht, teils schnoddrig, teils lakonisch, teils ironisch, teils sehr ernsthaft dem Leser gesellschaftliche Realitäten, Politikfilz und Szenekulturen (hier aus dem Berlin der 80er Jahre) vorzuführen.

Wenn man es mag, wie Fauser mit Sprache umzugehen versteht und mit absoluter Leichtigkeit Atmosphäre schafft, macht einem dieses Buch - immerhin fast 20 Jahre alt - auch heute noch großen Spass. Dies ist bei Literatur, die im Zeitpunkt ihrer Erstellung durchaus "gesellschaftskritisch" gemeint war, durchweg die Ausnahme.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Underground in Westberlin 27. Februar 2010
Von Gerhard Mersmann TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Wenn es Biotope für einen deutschen Underground in der alten Bundesrepublik gab, dann waren diese allenfalls in Frankfurt, aber eigentlich am besten in Westberlin zu finden. Die irrwitzige politische wie geographische Inselsituation mit ihrer eigenen Lebensphilosophie hatte in den siebziger und achtziger Jahre viele angelockt, die in der eher konservativ gesetzten und bürgerlich definierten Republik nicht zurecht kamen. Outcasts, Dropouts, Zocker, Schieber und Luden konnten sich in Berlin besser entfalten als anderswo. Mit ihnen korrespondierten politische Figuren, die aus den intransparenten Wiederaufbaustrukturen mit ihren Schwarzmärkten und Kellerdeals erwachsen waren. Eine Folie, die niemand anderes zu einem Undergroundroman so gekonnt und sprachlich pittoresk nutzen konnte wie Jörg Fauser. Das Schlangenmaul erschien erstmals 1985 und ist bis heute eine lohnende Lektüre für alle, die das Genre mögen.

Die Handlung ist so abstrus wie das soziale Feld, auf der sie sich bewegt. Da ist zum einen der heruntergekommene Gossenjournalist Harder, der selbst in der Regenbogen- und Sensationspresse seinen Platz verloren hat und mit einem Inserat, in dem er sich als Bergungsspezialist für besonders heikle Fälle anbietet, wieder zum Zuge kommt. Er bekommt einen Auftrag von der Gattin eines auf Entzug befindlichen Politikers aus Hannover, die sich um den Verbleib ihrer Tochter sorgt, die spurlos verschwunden ist. Die Mutter selbst hatte während der durchtränkten Karriere ihres Mannes ein Verhältnis mit einer schillernden Figur der Berliner Unterwelt. Mit dem genetisch sicheren Gespür des Skandaljournalisten findet Harder heraus, dass der Weg der Vermissten zu diesem Zuhälter und Obskurantisten führt, der in Berlin im Bordell- und Zockermilieu operiert. Unter anderem betreibt er einen Club Kamasutra, in dem unter dem Deckmantel spiritistischer Neigungen der nur noch pathologisch erklärbare Kick nach der ultimativen sexuellen Klimax unter Einbeziehung giftiger Riesenschlangen gewährleistet werden soll. Tatsächlich spielt die vermisste Tochter in dieser Gegenwelt hypnotisiert und unter Drogen unter dem Namen Shiva eine Rolle. Der Showdown erfolgt in einem Anwesen am Rande Berlins, wenige hundert Meter vor der Mauer, in der die Schlangen gehalten und mit Hilfe mysteriöser Berliner Politiker eine Geschäftsidee entwickelt werden soll, in der die Schlangenpraktiken im Mittelpunkt stehen. Unter Gunpoint gelingt es Harder, das Mädchen zu befreien, dabei erliegt der Ludenkönig dem Biss einer giftigen Schlange und die Hütte brennt ab. Harder bekommt von der Mutter der Geborgenen einen Scheck über 20.000 Mark, den er jedoch vor einem Steuerfahnder, der ihm schon lange auf den Fersen ist, zerreißt, mit der Bemerkung, er sei faul, weil selbst ihn, den Dropout, die Perversion der polit-kriminellen Sphäre nur noch anwidert.

Der Roman ist spannend zu lesen und vor allem ein weiteres Indiz für den sicheren Blick Fausers für das Abstruse und Irrwitzige. Die Sprache gehört zu dem Besten, was in diesem Genre je in Deutschland durch die Printmaschinen gejagt wurde. Sie ist lasziv, gefährlich, giftig und treibt den Puls hoch.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Fauser ist der Champ 26. April 2011
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Die Überschrift stammt vom Klappentext und, ausnahmsweise, passt es wie die Faust aufs Auge. Die Geschichte reisst nicht vom Hocker und ist konstruiert, die hard boiled Attitude oft übertrieben und die große allgemein Verschwörung der politischen Klasse eindimensional.

Aber, was konnte der Mann schreiben ! (Nicht ganz so gut wie Schneemann oder Rohstoff, nur 4 1/2 Sterne kann ich nicht geben.)
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