Vorrausschickend sei gesagt, dass ich diesen Schriftsteller bisher nur vom Namen und nicht von seinem Schreibstil kannte. Das Buch lockte mich mit dem Klappentext, Rezensionen gab es noch nicht. So vermutete ich eher eine von Klaustrophobie getriebene Geschichte, wo die Reise durch das Schiff und zu sich selbst, den zentralen Punkt einnimmt. Schockmomente und philosophische Betrachtungen, im Überlebenskampf, mit einbezogen. Leider war dem nicht so. Denn was sich mir bot, war kein Mensch der einsam erwachte und mühevoll sich und seine Umwelt verstehen mußte. Jedenfalls nicht so, wie von mir vermutet.
Die Welt die sich in diesem Buch auftat, hatte sicher einen sehr guten Grundgedanken. Was würde die Menschheit mit einer anderen Welt tun, um zu überleben.
Wer die Menschen kennt, ahnt die Antwort. Das Schiff war im Grunde darauf programmiert eine neue Heimatwelt für uns zu entdecken, nachdem wir unseren Planeten herunter gewirtschaftet hatten. Da die Mission (letztendlich aus Resourcenmangel) nur einen Zielplaneten haben konnte, wurde das Schiff so ausgestattet, um im Zweifelsfall Kreaturen zu erschaffen, die den Widerstand einheimischer Lebensformen brechen und vernichten sollte. Das Ziel des eigenen Überlebens steht hierbei in jedem Falle im Vordergrund.
Wie gesagt, an sich birgt der Grundgedanke enormes, wenn auch schon bekanntes, Potenzial.
Allerdings steigen wir, als Leser, in die Geschichte ein, nachdem irgendetwas mit dem Schiff schiefgegangen ist, inklusive der eigentlichen Programmierung.
Besagter "Held" der Geschichte war nun allerdings von Anfang an praktisch nie wirklich alleine. Seine "Entdeckungstour" zu sich und der Aufgabe des Schiffes, begann mit der Geburtshilfe eines kleinen Mädchens. Die anschließende Reise zu sicheren Gefilden und zum Kern der Geschichte, wirkt verworren und uninzpiriert. Die auftauchenden Gestalten konnte ich mir nie wirklich gut vorstellen, noch war der Weg durch das Schiff klar nachvollziehbar. Sämtliche gefahrvollen Momente waren, zumindest für mich, in keiner Phase spannend. Trotzdem habe ich bis zum Ende durchgehalten. Das lag an zwei Dingen. Das Buch ist mit knappen 400 Seiten nicht wirklich lang und irgendwie hoffte ich noch auf den speziellen Moment. Leider kam dieser nicht.
Fazit:
Die Idee des Buches hat sicher Potenzial. Dafür 2 Sterne. Aus meiner Sicht hat der Schriftsteller allerdings den falschen Zeitraum bzw. Blickwinkel für die Geschichte gewählt. Meine letzten Romane aus dem Science Fiction Bereich waren von Dan Simmons und Bücher wie "Replay", "Das Unsterblichkeitsprogramm", "Deamon + Darknet", "Spektrum" usw.
An diese reicht "Das Schiff" leider überhaupt nicht heran. Weder an Erzähltiefe, noch an Aussagekraft
Nun möchte ich Fans von Greg Bear nicht vor den Kopf stoßen. Allerdings sollte man diesen Roman vielleicht doch besser auslassen.