Laut Klappentext das "wohl erfolgreichste deutsche Hörspiel überhaupt": wieso wohl, dazu gleich.
Zunächst zum Autor: Fred von Hoerschelmann schreibt ein selbst für Seeleute sehr ... schlichtes Deutsch. Da "ladet" schon 'mal jemand etwas (S.6). Das darf man auch einem Deutschbalten im Schwäbischen vorhalten.
Die Handlung des Stücks ist kaum minder simpel: Vater-Sohn-Konflikt, Geheimnisse. Gutgemeintes führt zur Katastrophe samt Katharsis. Alles halbwegs vorhersehbar. Die Hammermetapher könnte vom späten Karl May abgeschrieben sein.
Gesendet wurde der Text 1953, das dürfte den "Erfolg" erklären. Was hier so unzulänglich angegangen wurde, ist der Muckefuck-Ersatz für eine Klärung der damaligen deutschen Vergangenheit selbst. Hoffnung, span: "Esperanza", überwiegt als Perspektive und wird mit Enttäuschung zusammengespannt.
In der Figur des so unschuldigen Axel Grove, des Sohns, staatenlos, mit dem nordischen Vornamen, gibt es ferner so schöne Identifikationsmöglichkeiten, während die untersten Hilfs-Schufte natürlich slawisch heißen. Bei Grove schwingt plattdeutsch übrigens grob und graben mit.
Und dann muss das Hörspiel irgendwie in die Seminare für angehende Deutschlehrer/innen gelangt sein, von wo es sich fortpflanzt auf immerdar.
Nee, bitte fordern Sie Ihre Schüler/innen doch mit besserer Kost heraus. :-)