Ein Interview mit Karl Ignaz Hennetmair für Leute, denen "Ein Jahr mit Thomas Bernhard. Das versiegelte Tagebuch 1972" viel zu kurz war.
Hier werden Fragen beantwortet, die ich selbst nach der Lektüre des Tagebuchs hatte, zum Beispiel wie es zum Zerwürfnis zwischen Hennetmair und Bernhard gekommen ist und wie die beiden sich danach begegnet sind.
Auf mich macht Herr Hennetmair einen äußerst sympathischen Eindruck. Obwohl Thomas Bernhard ihn anscheinend fürchterlich beleidigt hat, schreibt er, dass er sich freut, Thomas Bernhard kennen gelernt zu haben und elf Jahre lang sein Freund gewesen zu sein.
Ich bedaure, dass ich nicht Herrn Hennetmairs Auftritt in der Harald-Schmidt-Show gesehen habe. Harald Schmidt war je ebenfalls extrem begeistert bei der Lektüre von Hennetmairs Tagebuch.
Unglaublich ist, dass Karl Ignaz Hennetmair in Ohlsdorf in Oberösterreich noch immer sehr angefeindet wird wegen seiner Freundschaft mit Thomas Bernhard. Und wie die Leute in Ohlsdorf (Bernhards Wohnort) über Thomas Bernhard sprechen (er gehöre "mit dem Kopf zuerst in die Jauchegrube gesteckt", S. 96 des Buches - es hat nicht 65 Seiten, wie bei der Buchbeschreibung angegeben).
Die gesamte Sekundärliteratur zu Thomas Bernhard kann man vergessen - ausschließlich verfasst von Germanisten, deren Publikationsliste jeweils umfangreicher werden musste, damit sich die Chance, einen Lehrstuhl zu ergattern, verbessere.
Karl Ignaz Hennetmairs Tagebuch ist Literatur, äußerst spannend und genial geschrieben.
Dieses Interview beantwortet alle noch offen gebliebenen Fragen.
Der Nationalbibliothek hat Karl Ignaz Hennetmair unter anderem hundert Interviews mit Leuten, die Thomas Bernhard gut kannten, auf Tonbändern hinterlassen.
Vielen Dank, Herr Hennetmair !